Zuckerjungs gesucht!

Wo finden Zuckerjungs Ihre Sahneschnitten? (Quelle: Cláudia*~Assad by flickr.com)

Zuckerjungs.de – der Name klingt einladend. Spannender als neu.de, parship.de und Co. Zuckerjungs – das klingt peppig, frisch und deutlich. Da weiß man doch gleich, was man kriegt.

Leider stelle ich schnell fest, dass das Portal nicht so einzigartig ist, wie die Domain mich erst vermuten ließ. Zuckerjungs hat jede Menge Brüder und Schwestern (zuckerdaddys.de, gayjz.de, gleicheliebe.de). Zwar ist jede Seite auf eine bestimmte Zielgruppe ausgerichtet, doch man sieht die Verwandtschaftsverhältnisse auf den ersten Blick. Der Seitenaufbau ist jeweils ähnlich, nur Schriftarten und Bildmotive ändern sich. Schwule, Lesben, Ältere – für jede Zielgruppe ist was dabei, so bleibt von dem zunächst individuell erscheinenden Portal nur die schöne Domain übrig.

Aber der große Hype um die Partnersuche im Netz flacht ja sowieso ein wenig ab. Wir haben mühsam gelernt, dass keines der Portale zaubern kann, dass man Liebe nicht einfach aus Bits und Bytes generieren kann. Praktisch sind sie, die Onlineangebote, aber letzten Endes sind eben doch die Nutzer gefragt. Ob es funkt oder nicht, liegt an uns und nicht an einem hübschen Onlineportal.

Der Domainname Zuckerjungs, scheint geeignet ein Projekt mit Witz und Verve aufzuziehen, frech zu sein, auf die Lebenssituation der umworbenen über 35-jährigen tatsächlich einzugehen. Aber da muss mehr her als ein Header, der einen hübschen Kerl mit einen schönen Frau zeigt. Da müssen Angebote und Inhalte auf die Seite. So ist sie kaum mehr als Onlinekatalog – da geht mehr.

Prinzipiell wären die etablierten Frauenportale eine gute Basis, um eine solche Zuckerjungs-Vermittlung aufzuziehen, denn Inhalte sind dort ja reichlich vorhanden. Wie in einer Zeitung, die nur aus Anzeigen besteht, verliert man sonst schnell die Lust und den Überblick. Am Anfang reizt noch das extra abgestimmte Angebot, doch irgendwann lese ich nur noch aus Langeweile oder amüsiere mich über besonders krude Profile.

Auch im Fall von Zuckerjungs.de ist zu präsent, dass es den Machern um Kohle geht. Man kann die Profile zwar eingeschränkt durchgehen, doch um wirklich Kontakt aufzunehmen, braucht es natürlich einen Premiumaccount. Das heißt im Klartext, dass der kostenlose Zugang mit dem auf der Homepage geworben wird, im Grunde gar keinen Sinn hat. Dieses vollmundige Versprechen kostet Symathiepunkte.

Ein Onlineportal für Zuckerjungs ist allerdings grundsätzlich ein bisschen widersinnig, denn Frauen, die einen Liebhaber wollen, brauchen dafür keinen Katalog. Die gehen in die nächste Bar, flirten was das Zeug hält und nehmen einen mit nach Hause. Zuckerjungs – sind schließlich aus Zucker, die Liebe für´s Leben wird also zumindest auf den ersten Blick nicht gesucht.

Die Zuckerjungs, die sich hier anbieten, sind in der Realität wohl öfter eher verklemmte schüchterneTypen, die gefunden werden wollen. Außerdem – „Auf alten Schiffen lernt man segeln“, nur stellt sich die Frage, ob auf zuckerjungs.de wirklich Schiffe anlegen, auf denen das Segel Spaß macht oder nicht eher olle Jollen, Fischerboote, Kanus, Katamarane und so mancher Dampfer.

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