Zeit für Zärtlichkeit

(Bildquelle: Lel4nd by flickr.com)

(Bildquelle: Lel4nd by flickr.com)

Aus verschiedenen Umfragen geht hervor, dass wir Deutschen -oh Wunder- öfter kuscheln als Sex haben.
Mich wundert das nicht und ich finde auch nicht, dass wir deshalb als Sexmuffel gelten sollten. Schließlich ist zum Kuscheln doch deutlich häufiger Gelegenheit als zum Sex. Kuscheln in der Öffentlichkeit ist ja zum Beispiel nichts Schlimmes, für Sex dagegen riskiert man Unangenehmes wie Platzverweis oder gar Strafanzeige.

Und: Ehrlich gesagt geht das für mich auch ganz in Ordnung!
Mir reicht es völlig, bei Festivitäten wie „der Wiesn“ kopulierende Paare allenthalben erahnen zu können. Da braucht es wirklich keinen Freischein für. Gegen Kuscheln und Küssen in der Öffentlichkeit habe ich dagegen nichts. Obwohl es beim Küssen auch schon wieder Unterschiede gibt. Es gibt ja so Küsse, die sind an sich schon ein halber Geschlechtsakt. Das fühlt sich natürlich toll an, wirkt aber irgendwie befremdlich, wenn Mutter mit Kind nebenan ihr Eis schlecken.

Körperkontakt, Händchenhalten und Umarmen sind hierzulande ganz normal.
Das sieht in anderen Ländern aber vollkommen anders aus, da muss man nicht mal die Grenzen von Europa verlassen. In Italien zum Beispiel tritt man zwar ausgesprochen gern als Pärchen auf, aber Zärtlichkeiten? Fehlanzeige! So was gibt es nur Zuhause – hofft man.

Die grosse Partneragentur Parship hat eine Umfrage gestartet, die sich mit der Häufigkeit von partnerschaftlichem Sex beschäftigt und die Ergebnisse mit Hilfe einer hübschen Infografik veröffentlicht. Die Ergebnisse lesen sich meiner Meinung nach doch ganz gut:
Infografik: Wie nah kommen sich deutsche Paare?

Die Mehrheit hat nämlich demzufolge mehrmals im Monat Sex und das ist doch eigentlich ein echt gutes Zeichen.
Kommt dann noch eine gewisse Menge Zärtlichkeiten und Liebesbekundungen dazu … ergibt sich doch schon ein recht harmonisches Zusammenleben. Zärtlichkeiten am Besten täglich, aber mindestens wöchentlich, klar ja? Mit weniger lässt sich eine Beziehung kaum aufrechterhalten. Zumindest keine glückliche Beziehung. Umarmen, küssen, streicheln, das kostet einen nichts und ist zugleich so wohltuend.

Wer in einer langjährigen Partnerschaft lebt, für den klingen die Angaben zur Sex-Häufigkeit auch gar nicht mehr so unrealistisch. Nur frisch Verliebte können sich nicht vorstellen, es später einmal weniger als mehrmals in der Woche zu tun. 36 Prozent tun es wöchentlich, da ist ganz schön viel Liebe in deutschen Betten, trotz Stress, trotz Kindern, trotz Fernbedienung.

Qualität statt Quantität heißt über die Jahre die Devise und die ist besser als ihr Ruf.
Schließlich haben Gefühle wie Vertrauen und Nähe auch ihr Gutes. Entgegen landläufiger Ansicht lässt sich auch eine lange bestehende Partnerschaft sexuell aktiv halten. Nähe und Vertrauen können genauso zu ganz neuem Erleben führen, wie Neugier auf Fremdes und Anonymität.

Wer das mit der Zärtlichkeit grad etwas aus den Augen verloren hat, sollte sich jetzt daran erinnern und es gleich nachholen. Das sorgt nämlich für eine wohlige Überraschung, grad bei winterlichen Temperaturen. Wichtig: Nicht erst warten, bis wieder Valentinstag ist. Dann wirkt das Vorhaben schon wieder aufgesetzt. Wirklich überraschend sind Valentinsüberraschungen nämlich nicht. Und überhaupt sollte es so was wie den Valentinstag monatlich geben. (Das würden die Floristen und die Süßwarenindustrie sicherlich auch befürworten.)

Und wenn Sie grade niemanden zum kuscheln haben wäre es doch genau jetzt an der Zeit, sich auf den Frühling vorzubereiten!?
Gehen Sie vor die Tür und lächeln Sie dem Leben ins Gesicht. Wie wäre es mit einem Tanzkurs oder einem Volkshochschulkurs einer Sprache die Sie schon immer mal lernen wollten!? Das Leben steckt voller Möglichkeiten, jemanden zum knuddeln zu finden – Fangen Sie jetzt an!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.