Wie wär es denn mit Treue?

Bildquelle: © Oliver Thaler  / pixelio.de

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Die Treue als feste Form des Zusammenlebens gilt als unschick, unmodern und gestrig.

Das hat wohl mit der Entwicklung der Antibabypille zu tun, mit den 68ern, mit Revolution und sexueller Freiheit. Das Leben besteht aus Veränderungen, soweit ganz normal. Zum Glück ist keine Veränderung unumkehrbar.

Es ist normal, dass eine Generation die Tugenden ihrer Vorgänger hinter sich lässt. Nun ist es aber an der Zeit, die Treue wieder auszugraben. So schlecht ist das Konzept nämlich nicht, es ist der perfekte Gegenentwurf zur heute gelebten Schnelllebigkeit.

Je schnelllebiger und unverbindlicher die Zeit umso mehr sehnt man sich tief in sich selbst nach festen Bindungen, Verlässlichkeit und Sicherheit. Und die Treue ist dafür eine Grundvoraussetzung.

Dabei bezieht sich der Treue-Begriff nicht nur auf sexuelle Standhaftigkeit, sondern viel mehr auch auf das Bewahren einer Partnerschaft und die Sorge füreinander. Sexuelle Eskapaden sind nur ein besonders deutlicher Ausdruck dafür, dass die Sorge umeinander nicht mehr besonders groß ist.

Treue ist ein Begriff aus dem Mittelhochdeutschen und bedeutet ursprünglich so viel wie „fest sein, sicher sein, vertrauen“. Es ist keine Mode, sondern eine persönliche Tugend. Treu sein heißt auch zugunsten der Partnerschaft mal auf den eigenen Vorteil zu verzichten.

Die Medien vermitteln ein anderes Bild,aber eigentlich tut Treue auf Dauer gut.
Nur leider ist sie schwer verkäuflich, weshalb man in Zeitungen und Fernsehen lieber vom Gegenteil berichtet. Geschichten über Scheidungen, Trennungen und Seitensprünge in hohen Taktraten verkaufen sich besser als liebliche Homestorys.

Es ist ein Fehler zu glauben, dass das was in der Zeitung steht, die Wahrheit ist. In der Zeitung steht, was sich gut verkaufen lässt. Eine Zeitung muss immer auf den Absatz, auf das eigene Überleben schauen. Erst dann geht es eventuell um die ausgewogene Information der Leser. Es gibt natürlich auch Medien, denen es alles andere als um ausgewogene Informationen geht.

Treue ist eine persönliche Investition für langfristig Denkende und Treue bedeutet noch lange nicht, nur drögen oder gar keinen Sex mehr zu haben. Treu sein heißt einfach, sich auf seinen Partner wirklich einzulassen, nicht auf das schnelle Abenteuer.
Klar, es gibt Momente, da ist es wirklich schwierig, den eigenen Trieben zu entkommen. Aber es ist an jedem selbst der Versuchung zu widerstehen und ihr im besten Fall aus dem Wege zu gehen.

Trennungen und Untreue sind in gewisser Weise ansteckend.
Trennt sich ein Pärchen, trennen sich im Freundeskreis plötzlich auch andere. Als hätte vorher eine Initialzündung gefehlt, wagen sie nun den Schritt aus der Beziehung heraus. Macht es einer vor, hat man ein Vorbild und sieht neue Wege. Wenn andere diesen Weg beschreiten, muss man ja nur hinterherlaufen und vergisst als Alternative ein Fortsetzen der Partnerschaft in Betracht zu ziehen.

MA hat derzeit den Eindruck als würde Treue in unserer Gesellschaft als Makel wahrgenommen. Doch das wird sich bald wieder ändern.
Lange Partnerschaften werden bald wieder „in“ sein, genauso wie Bio-Fleisch und Gemüsegärten. Aber „in“ bedeutet gar nichts. Jeder muss die Qualität einer Partnerschaft für sich selbst entdecken und wertschätzen, nur das schafft eine feste Basis.

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