Vorsicht Weihnachtsfeier!

(Bildquelle: Sporthotel Achental by flickr.com)

Es weihnachtet. Wenn der Frost in der Nase beißt, der Glühwein lockt und man nur noch bis zur Unkenntlichkeit vermummt vor die Tür geht, steht, da kann man sich sicher sein, bald eine Weihnachtsfeier bevor.

Alle feiern. Der Kindergarten, die Schule, der Sportverein, die Stadtbibliothek und natürlich auch die Firma. Betriebsweihnachtsfeiern sind legendär, nicht nur, weil sich die Chefs den Spaß in der Regel was kosten lassen, sondern vor allem wegen der Klatsch- und Tratschmöglichkeiten, die sich aus der weihnachtlichen Party ergeben. So fern vom Büroalltag passiert doch immer was Unvorhergesehenes und meistens hat es mit Alkohol zu tun.

In der Firma begegnet man sich immer korrekt, man spricht über Betriebliches, lässt die kleinen Alltagssorgen in aller Regel außen vor. Was die Mitarbeiter privat so treiben, soll kein Geheimnis sind, wird aber auch nicht besonders breitgetragen, im Unternehmen muss man schließlich positiv wirken. Dass man zu Hause ein hoffnungsloser Couchpotato ist oder einem abwegigem Hobby wie dem Fliegenfischen nachgeht, muss keinen interessieren. Bis zum Tag der Weihnachtsfeier.

Heutzutage geht es im Job hoch her. Keiner hat seine Stelle fürs Leben, jeder ist austauschbar. Um nicht den Schleudersitz zu aktivieren, heißt es angepasst bleiben, möglichst unauffällig sein. Dann naht der Tag im Advent und plötzlich lassen bisher unbedarfte Bürohengste die Tarnung fallen und feiern ein hemmungsloses Happening im Kreis der lieben Kollegen.

Auf der Weihnachtsfeier gerät die sonst so wohl gehütete Fassade aus den Fugen. Die fremde Umgebung, die ungewohnte Tageszeit und nicht zuletzt der verfügbare Alkohol verändern die ehemals wohlbekannten Mitarbeiter. Plötzlich tanzt der Abteilungsleiter Rock ’n‘ Roll, der SEO singt Karaoke und die neue Praktikantin knutscht mit dem Chef-Informatiker. Moment, war der nicht eigentlich verheiratet? Soetwas ist Betriebsweihnachtsfeierroutine, das können viele bestätigen.

Der Eklat ist programmiert, auch wenn die Hauptdarsteller noch nicht feststehen, für Klatschnasen sind die Feiern deshalb ein willkommenes Fressen. Dem Chef-Informatiker wird das allerdings, wenn er denn wieder nüchtern ist, sauer aufstoßen. Zuhause gibt es Knatsch und in der Firma Tratsch – was gibt es Schöneres?!

Es gibt nur eine Regel, die einen zuverlässig vor dem Eklat auf der Betriebsweihnachtsfeier schützt:

Alkohol in Maßen!

Trotz der wiederkehrenden Gefahr fällt es aber offenbar schwer, genau diesen Tipp zu befolgen. Wem es gelingt, der kann einen schönen Abend haben. Auf alkoholisierte Flirts in diesem pseudoprivaten Rahmen sollte man sich dagegen keinesfalls einlassen, denn die Konsequenzen im Betrieb sind unkalkulierbar.

Während die Weihnachtsfeier für die meisten eher ein Risiko darstellt, kann sich mancher die veränderten Umstände auch zunutze machen. Hat sich der vorlaute Abteilungsleiter, der einen immer so blöde anmacht, erst mal so richtig blamiert, steht man ihm am nächsten Tag  viel befreiter gegenüber.

Auch wenn man kein Interessen an Fremdschämattacken hat und auf privaten Klön mit den Kollegen gern verzichtet, keinesfalls sollte man die Feier ausfallen lassen. Man muss am nächsten Tag schließlich mitreden können. Rechtzeitig und allein nach Hause gehen, lautet die Devise. Da feiert es sich besser. Frohes Fest!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.