Teil 8 Wie Gott uns schuf…

Seien wir doch mal ehrlich: Bis die ordentliche, gut erzogene Daterin nicht die Farbe SEINER Lieblings-Boxershort „freiwillig“ ausgeforscht hat, geht es ihn nicht wirklich etwas an, wie wir untenrum aussehen. Insofern wäre es ein sogenanntes No-Go, wenn man beim Daten mit hüllenlosen Reizen protzt – jepp, und auch nicht drüber spricht. Abgesehen davon, dass vorher erst umständlich Photoshop zum Einsatz kommen müsste, schafft hier die nackte Wahrheit nur Probleme. Sollte es sich nämlich bei IHM („Ich heiße Udo, snowboarde und surfe, am liebsten alles zusammen, und habe einen höchstdotierten Job im medizinischen Bereich!“) in Wahrheit nur um einen Laborboten handeln, der Blutproben aus der Internistenpraxis abholt, in der wir tätig sind – ist es schon zu spät.

Alles schon passiert. Falls ER, dem wir das niedliche, eigentlich recht züchtige Oben-Ohne-Bild vom FKK am Gardasee gesandt hatten, sich nämlich als der Chef selbst entpuppt, dem mit seiner Internistengattin dieses Wochenende etwas langweilig war, sodass er sich wegen seines ärztlichen Gleichgewichts gezwungen sah, uns im Netz anzuflirten, wird es eng!

Und am engsten, wenn ER zufällig ein Interpol-berüchtigter, taffer Serienmörder ist, der sich wegen unglücklicher Lebensumstände (sitzt seit 10 Jahren ein, hat aber wegen bester Führung PC-Zugang und baldige Begnadigung zu erwarten) als Pic-Sammler auf Dating-Plattformen vergnügt, um naive Girls abzugreifen. Könnte ja schließlich sein, er fixiert sich auf unseren unbekleideten, zauberhaften, mit Photoshop vollendeten Hüftschwung. Und kommt auf Ideen. Die mit Küchenmessern zu tun haben. Erstes Gebot also, falls ein (wirklich harmloser, hübscher und intelligenter – ja, ja!) möglicher Dater freizügige Fotos (beispielsweise von unseren Goldfischen, Bettbezügen oder gar frisch enthaarten Oberschenkeln) verlangt: Nein sage ! Nein sagen und meinen – und nochmal nein. Ja, wirklich: NEIN! Was das angeht, hat Mutti immer Recht: Mach Dich vorher unbeliebt, dann geht’s nachher nicht schief. Außer wir wollen unbedingt als Dekomaterial – beispielsweise im Umkleide-Spind einer Zuchtanstalt enden.

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