Teil 10 Nette Netzstalker von nebenan

Prahlt nicht jedes Singleportal, dass bei „ihnen“ das Dating sicher ist? Ja nee, ist klar. Dating ist so sicher, wie in Santa Fu hinter Gittern zu sitzen und mit dem frisch manikürten Fingernagel einen Tunnel nach draußen buddeln zu wollen – ohne dass der schicke pinke Lack abblättert.

Doch vor den ach so netten Stalker-Typen ist man nirgends sicher, weil man sie nämlich nicht erkennt.

Das gemeine Exemplar des Stalkers von Nebenan tarnt sich gern mal als Schlafmütze, der gaaaaaaaanz unschuldig ist und Jimmy-Choo-Hackenschuhe nicht von Manolos unterscheiden kann. Insofern lassen wir uns verleiten, diesem ungefährlichen Naturburschen Details aus unserem langweiligen Alltagsleben zu berichten. Manchmal lebt er noch bei Mami (schon klar – natürlich nur, weil grad leider wieder das Loft über den Dächern von Paris mit größerem Innen-Pool neu ausgestattet wird). Oder er gibt sich – andersrum – als Kandidat für die grad freie Stelle als unsere beste, schwule Freundin aus. Erkennbar durch genauste Kenntnisse exotischer Kochrezepte (wie Hähnchen Kilimandscharo an Bohnenkraut-Balsamico). Oder durch seine Schwärmerei für die „supi-dolle cremige Auftragekraft“ des Chanel-Lippenstifts in der Nuance „obscure“.

Mädels: Glaubt ihm kein Wort!

Der Prototyp des Stalkers, der sich an harmlose, gelangweilte Daterinnen heranmacht, ernährt sich von der Einsamkeit unserer armen Seele. Er bedichtet uns erst („Deine grünen Augen sehen auf dem Foto so wahnsinnig berauschend aus“). Dann bringt er den Namen unserer Lieblings-Geschirrspül-Tabs oder des Tierarztes unserer armen kleinen Mopshündin in Erfahrung, mit der wir auf den großen Wurf hoffen – nur, dass wir 2 Babys möchten, nicht gleich 7. Und danach lässt er sich als Tierarzthelferin oder Spülmitteltester anstellen und lauert uns auf.

Also: Selbst wenn wir moderne, unmoralische Daterinnen sind, verraten wir NIEMALS unsere Adresse (nicht beim Dating und vorsichtshalber auch nicht beim Tierarzt).

Und weil es auch wirkliche, echte Härtefälle gibt: Personalausweisnummer herausfinden und bei einem netten Polizisten (vielleicht der aus dem Date von vor 5 Wochen) hinterlegen.

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