Sind Singles feige?

Sind Singles zu feige? (Quelle: Mickey Sick by flickr.com)

Man kommt sich ja schon ein bisschen blöd vor. Um einen herum nur glückliche Pärchen, die schmusen und knutschen und im Zweifelsfall auch noch Kinder kriegen.

Tja und selbst? Ohne Worte. Keine Chance und die beständige Frage, bin ich denn wirklich zu allem zu blöd? Irgendwas läuft da tierisch schief! Prinzen, Prinzessinnen, die muss es doch noch geben heutzutage! Oder? Die sind doch nicht einfach ausgestorben!?!
So und nach dieser Jammertour heute mal eine provokante These: Singles sind feige! Sie sind zu feige jemanden abzukriegen.

Dabei laufen haufenweise Leute rum, denen es genauso geht, die auch feige sind. Und dann sitzen sie da und man kann ihnen zukucken, wie sie sich nicht ansprechen, wie sie nicht miteinander flirten, wie sie nicht miteinander ausgehen. Ein Elend ist das! Ich mag schon gar nicht mehr ausgehen – immer diese Qual. „Ich trau mich nicht“, ist kein Argument und das ständige zu hörende „Ich bin zu hässlich!“ ist sowieso der größte Quatsch .

Dabei zählt das Argument Aussehen so wenig. Schaut Euch doch mal um. Ja, es gibt sie, diese Menschen, die so unglaublich schön sind und dazu auch noch so unglaublich erfolgreich, die man wirklich unendlich beneiden möchte und das heimlich ja auch tut.

Die Regel ist das aber nicht. Wenn ich heute mal die Einkaufsstraße entlang laufe und mir die Leute anschaue. Wie viele von denen sind zum Niederknien schön? Einer? Keiner?

Seht Ihr? Die Norm ist nicht fehlerfrei.
Jeder von uns hat Makel. Innere und äußere. Komische Haare, ‘nen krummen Rücken, keinen Klamottengeschmack, die Nase zu groß, der Mund zu klein und trotzdem schaffen es sehr, sehr viele in einer Beziehung zu leben.

Woran das liegt? Die haben einfach begriffen, dass Aussehen nicht alles ist.
Ausstrahlung toppt Aussehen und zwar sowas von! Man kann auch Jürgen Vogel heißen und die schrägsten Zähne Deutschlands haben, egal, Hauptsache man mag sich selbst. Und Heidi Klum sieht morgens um sieben auch nicht aus wie abends im Fernsehen, sondern ganz normal verschlafen und ungeschminkt.

Nun ja, sich selber mögen ist leicht gesagt und schwer umgesetzt. Da sind die fettigen Haare, die Schwimmringe, die Nase, der krumme Rücken, die fehlenden Muskeln und und und … Aber es geht, es ist eine Sache der Übung. Und im Gegensatz zu diesen vielen gutgemeinten Ratschlägen meine ich jetzt nicht, dass Ihr Euch vor den Spiegel stellen und bis zum Heulen grinsen sollt.

Ich finde, man findet sich selbst gut, wenn man gut zu anderen ist.
Probiert es einfach mal aus. Seid nett zu anderen Menschen. Ich meine, was habt Ihr zu verlieren? Genau: Nichts!
Da kann man schon mal „Guten Tag!“ und „Auf Wiedersehen!“ mit einem Lächeln verbinden. Da kann man auch mal sagen: „Ihr Pulli ist aber schön!“ oder „Sie sehen heute so frisch aus!“

Nun gut, es ist auch eine Frage der Perspektive. Wer sich selbst immer mit anderen vergleicht, der wird nicht denken „Sieht die aber frisch aus!“ sondern denkt „Sehe ich aber scheiße aus!“ Diesen Ich-Bezug, den müsst Ihr kappen. Denkt nicht immer an Euch, denkt an die anderen. Denn für jedes Kompliment gibt es etwas zurück. Vielleicht nicht gleich, aber irgendwann bestimmt.

Wenn Ihr sagt, was Ihr an anderen schön findet, werden die das zu Euch auch irgendwann sagen. Nicht immer, ein bisschen Ausschuss ist immer dabei, aber oft. Und von diesem Punkt ist es nur ein kleiner Schritt zum Flirt. Und vom Flirt zum So-dumm-bin-ich-gar-nicht-das-weiß-ich-nun-ich-hab-einen-Freund-aber-ohne-bin-ich-genauso-schön ist es immer noch ein Stückchen, aber greifbar ist das schon.

Schönen Tag Euch!

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