Pledge-Dating: Warum einfach, wenn’s auch kompliziert geht?

So langsam wird es auch für mich etwas undurchsichtig: Casual-Dating, Cougars, PUMAs, Patchwork-, Speed- und nun noch Pledge-Dating. Vielleicht sollte man bei all den Varianten und Abkürzungen mal eine Datingpedia auflegen. So was könnte ja bei der eigenen Bedarfsermittlung hilfreich sein: Man findet so zumindest schnell das richtige Dating-Angebot.

Aber darum geht es hier ja jetzt nicht.
Pledge-Dating ist das Thema und den Menschen, die mit diesem Begriff nicht viel anfangen können, sei vorausgeschickt:
Wahrscheinlich haben Sie nicht viel verpasst!

Pledge-Dating: Endlich sichere Dates?

Ein „Pledge“ ist nichts weiter als ein Pfand, den man für etwas hinterlegt.
Beim Pledge-Dating muss man also vor dem eigentlichen Treffen einen Pfand hinterlegen, den man nach einem erfolgreichen Treffen wieder zurück erhält. Soweit die bis dahin noch gute Theorie.

Nur, wo sollte man was als Pfand hinterlegen?
Die Antwort darauf bietet – wie sollte man es anders erwarten – ein kommerzieller Anbieter. Also eine revolutionäre, neue und bestechend gute neue Dating-Idee für das Internet.

Unter der Website www.wunschdates.de, die bis vor einiger Zeit übrigens noch wesentlich deutlicher als PayMyDate.de erreichbar war, können sich flirtwillige Singles wie gehabt und allseits bekannt kostenlos registrieren und die Datenbank nach potentiellen Herzenspartnern durchwühlen.

Hier enden dann aber auch schon die Gemeinsamkeiten zu den normalen Partnerbörsen.
Denn nun geht es ausschliesslich um das Verabreden.

Die dahinterstehende Idee ist gut: Anstatt sich wochenlang Mails zu schreiben, vielleicht noch zu telefonieren um dann vergebens zu einem vereinbarten Treffen zu eilen, hinterlegt derjenige, der eine Einladung zu einem Treffen annimmt einen Pfand in Höhe von 50,00 Euro beim Anbieter Wunschdates.de, quasi auf ein Treuhandkonto. Der Single, der die Einladung ausspricht zahlt 15,00 Euro auf dieses Treuhandkonto ein.

Kurz vor dem Date werden die Handy-Nummern automatisch ausgetauscht und ein Bestätigungscode per SMS versendet, den die einladende Person später, nach dem Treffen, am heimischen Computer verwenden kann um entweder den Pfandbetrag einzustecken (Date erfolglos), abzüglich einer Pauschale an den Einlader zurückzuerstatten (Date erfolgreich) oder einer gemeinnützigen Organisation zu spenden (Karma erhöhen).

Einmal eingezahltes Geld ist übrigens physisch weg und kann nur in Form von Warengutscheinen eines Singlebörsen-Partnerunternehmens eingelöst werden.

Tja, und wenn Ihnen das nun zu komplex war, können Sie sich auch noch das Inforations-Video ansehen:

Meine Meinung?
Eine gute Idee, die man abgewandelt vielleicht bei einer der grossen Singlebörsen als zubuchbares Add-On nutzen würde. Aber als eigenständige Singlebörse glaube ich nicht, dass das ein neuer und revolutionärer Wurf wird.

Wer garantiert ausserdem, dass man den Pfand auch wirklich zurück erhält, wenn die eingeladene Person für das Freigeben des Pfands zuständig ist und diesen dann auch noch erhält, wenn das Treffen „nicht gefallen“ hat?

Was meinen Sie: Hat diese Geschäftsidee eine Zukunft?

Hier können Sie die Webseite von Wunschdates.de selbst beurteilen »

Foto: © Lusoimages – Fotolia.com

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