Vollständiges Glück: Die Patchwork-Familie!?

Patchwork Familie: Vollständiges GlückPatchwork-Familie, Stief- oder Zweitfamilie: Die Namen werden moderner, das Phänomen bleibt das Gleiche:
Nach dem Ende einer Partnerschaft keimt der Wunsch nach einer neuen Liebe wieder auf. Doch besonders wenn ein oder gar beide Partner Kinder mit in eine neue Familie bringen, sind die Herausforderungen an die Beteiligten vielfach höher als erwartet. Lohnt sich der „Aufwand“?

Zweitpartnerschaften sind gesellschaftlicher Trend: 1980 wurden in Deutschland etwas mehr als ein Viertel aller Eheschliessungen zwischen Personen durchgeführt, von denen mindestens ein Partner bereits einmal verheiratet war. Dieser Anteil stieg bis zum Jahr 2000 auf 40% an, Tendenz: Steigend! Und bereits 1999 lebten gut 6% aller Kinder in einer Partnerschaft, in der ein Elternteil nicht der leibliche war.
(Quelle: BMFSFJ)

Immer kürzer währende Partnerschaften – bei gleich bleibender Sehnsucht nach familiärer Geborgenheit – führen zur steigenden Anzahl von Mischfamilien. Und wenn früher Stieffamilien „von der Seite“ angeschaut wurden, ist dieses Modell des Zusammenlebens heutzutage zumindest gesellschaftlich durchaus etabliert. Das beweist auch eine von der Partneragentur „PARSHIP.de“ in Auftrag gegebene Studie zum Thema „Patchwork-Familien“:

Wir beobachten den Trend, dass Beziehungen eine immer kürzere Lebensdauer haben und damit Partnerschaften mit einer alleinerziehenden Person häufiger werden. Gleichzeitig wissen wir, dass der Wunsch nach Familie und Stabilität ungebrochen stark ist – besonders in der jüngeren Generation. Unsere Gesellschaft ist glücklicherweise nicht mehr auf die traditionelle Vater-Mutter-Kind-Familie festgelegt. Das ermöglicht uns viele verschiedene Modelle des Zusammenlebens“, so Christiane Schnabel, Soziologin und Leiterin der wissenschaftlichen Abteilung bei PARSHIP.

Diese positiven Aussagen verschleiern aber vielfach, dass das Gründen und die Aufrechterhaltung einer „Zweitfamilie“ mitunter ein gutes Stück Beziehungsarbeit ist. Eine Aufgabe, die Beteiligte mitunter auch über die Leistungsfähigkeit fordert und dann die neue Liebe schnell auf eine harte Belastungsprobe stellt.

Vielfach steht einer der Erwachsenen noch seiner ersten Familie gegenüber in Unterhaltspflichten, was sich verheerend auf das Budget der neuen Familie auswirken kann. Finanzielle Probleme stellen dann auch eine der grössten Hürden für das in den Medien vielfach so locker dargestellte Patchwork dar. Die Auswirkungen werden meist beim Zusammenlegen der Haushalte richtig spürbar, wenn z.B. auch noch staatliche Zuschüsse und Beihilfen gekürzt werden. Es gilt also, sich vor einem Zusammenziehen gut über eventuelle Leistungskürzungen zu informieren.

Nicht jedes Kind ist erfreut über plötzliche grössere oder kleinere Geschwister.
Bringen beide Partner jeweils eigene Kinder mit in die neue Beziehung, wird es richtig spannend. Verdrängungswettbewerbe und Eifersüchteleien, Revierkämpfe und Streitereien etwa, bis sich eine neue Ordnung eingestellt hat. Wobei mit kleineren Kindern eine Integration einfacher möglich ist, als mit pubertierenden Jugendlichen, die sich eher selbst im Zentrum Ihres Universums sehen und plötzlich teilen müssen, was man noch nie teilen musste.

Welche Postition bezieht der neue Partner, die neue Partnerin, in der neuen Familie?
In Haushalten mit alleinerziehenden Elternteilen übernehmen grössere Kinder vielfach unbewusst einige Funktionen und Verantwortungen des fehlenden Elternteils. Wie kommt das Kind mit einer eventuellen „Zurückstufung“ klar? Soll der neue Vater, die neue Mutter auch die entsprechende Rolle in der ganzen Familie übernehmen oder nur für die jeweils eigenen Kinder – und für die Kinder des Partners nur eine „Kumpelrolle“?

Nicht zu vergessen: Grade am Anfang einer neuen Liebesbeziehung möchte man ja auch mal Zeit für Zärtlichkeiten haben.
Da kann es dann, wenn man hin und wieder den lieben Kleinen zuliebe zurückstecken muss, schon mal zu Frustgefühlen kommen.

Die Eheberatung in Karlsruhe stellt dann auch fest, dass Patchworkfamilien im Schnitt etwa fünf Jahre brauchen, um zu einer „richtigen“ Familie zusammenzuwachsen.

Der Lohn der Mühe ist es aber Wert:
Für alle Beteiligten, besonders aber für die Kinder, gibt es ein grösseres soziales Beziehungsnetz als in vergleichbaren Normalfamilien und durch die notwendigen Anpassungsprozesse bedingt, entsteht grade bei Mitgliedern einer Patchworkfamilie eine vielfach grössere Sozialkompetenz der Familienangehörigen: Für die Kinder also im Endeffekt positive Startvoraussetzungen in ein selbstbestimmtes Leben.

Das grösste Problem bei der Gründung einer Patchwork-Familie ist aber meist das Kennenlernen.
Denn das Verwalten einer Familie mit Kindern allein benötigt viele Ressourcen, vielfach bleibt kaum Zeit für sich selbst – Geschweige denn für Aktivitäten, bei denen sich ein neuer Partner kennenlernen liesse. Dazu kommen Probleme mit der Akzeptanz Alleinerziehender auf dem Partnermarkt: Kaum hat man jemand vielversprechendes im Gespräch kennengelernt, ist man nach Erwähnung der Kinder wieder allein.

Was kann man tun, um jemanden kennenzulernen, der sich für das Projekt Patchwork eignet?
Eine gute Anlaufstelle, auch zum Austausch mit Menschen in der gleichen Situation, stellen z.B. die in jeder mittleren und grösseren Stadt vorhandenen „Tauschringe“ dar, in denen man seine Fähigkeiten einbringen kann und im Gegenzug von denen anderer profitieren kann. So könnte man z.B. für jemanden ein Kind für ein paar Stunden hüten und sich im Gegenzug von jemand anderem aus dem Tauschclub den Wasserhahn reparieren lassen, der schon seit Wochen tropft. Ein wunderbarer Aufhänger, nicht wahr!?

Aber auch Freitzeitreffs bieten Alleinerziehenden die Möglichkeit, neue Kontakte kennenzulernen. In fast jeder grösseren Stadt gibt es diese Treffs, die meist gegen eine geringe Gebühr verschiedene Aktionen organisieren und so Gleichgesinnte zusammenbringen.

Und last but not least gibt es auch im Internet mittlerweile diverse Kontaktangebote die sich an Alleinerziehende richten. Auffallend dabei: Die meisten Singlebörsen für Alleinerziehende wurden von ehemals selbst betroffenen Frauen gegründet! Je nach Anspruch lassen sich dort vielversprechende Kontakte knüpfen. Probieren Sie es doch einfach einmal aus.

Die besten drei Singlebörsen für Alleinerziehende:

 

  • Moms-Dads-Kids.de
    Die Singlebörse „Moms-Dads-Kids“ von Irene Hübner ist mehr als nur eine reine Partneragentur für Alleinerziehende im Internet. Frau Hübner und Ihrem Team ist es wichtig, neben der reinen Singlebörse auch noch als eine Art Börse für gemeinsame Unernehmungen aufzutreten: Jedes Mitglied kann Ideen und Vorschläge für gemeinsame Unternehmungen in einer Art Aktivitätenbörse vorschlagen.

    Zur Webseite: Moms-Dads-Kids.de

  • Patchworkglück
    Aufgebaut von Connie Glunde, selbst alleinerziehend, können Singles mit Kind auf www.patchworkglueck.de ganz gezielt Menschen kennenzulernen, die ebendiese „Single“-Situation ebenfalls leid sind.
    Die Konditionen bei Patchworkglück sind fair: Anstatt einer wiederkehrenden oder monatlichen Mitgliedschaftspauschale zahlt man nur einmal einen kleinen Betrag – und ist dann solange dabei, bis es gefunkt hat.

    Zur Webseite: www.patchworkglueck.de

  • Match-Patch – Der Newcomer.
    Unter dem etwas gewöhnungsbedürftigen Namen Match-Patch.de finden alleinerziehende Mamis, Papis in Spe oder Singles auf der Suche nach Familiengefühl eine recht schön aufbereitete, sehr sympathisch wirkende Singlebörse, auf der es sich unkompliziert treffen und verlieben lässt.

    Zur Webseite: www.match-patch.de

Ich hoffe Ihnen – falls Sie auf Partnersuche sind – ein paar Anregungen gegeben zu haben und freue mich natürlich auch immer über Ihre Meinungen. Wie immer, können Sie diese im folgenden Kommentarfeld hinterlassen: Sie sind herzlich eingeladen!


Foto: © Kzenon – Fotolia.com

One thought on “Vollständiges Glück: Die Patchwork-Familie!?

  1. Holger

    Bei allen Problemen sollten Alleinerziehende mit Kind den vermeintlichen Nachteil in einen Vorteil wandeln. Kinder haben ob durch Kita oder Schule ein zusätzliches Umfeld, welches dem Single ohne Kind fehlt. Hier kann man dem Kind ruhig zugestehen, dass es allen Menschen in seiner Umwelt erzählt, dass er mit Mama oder Papa allein lebt.

    Auf der einen Seite verschafft sich das Kind Luft und redet seinen Kummer von der Seele und auf der anderen Seite … wer weiß welcher andere Single da nicht hellhörig wird. Und kommt eine Kontakt über das Kind zustande, so ist meist der „Widerstand“ des Kindes geknackt.

    Die Freizeit-oder Sportinteressen bieten ebenfalls eine gute Möglichkeit seinen Umkreis der Partnersuche zu erweitern. Außerdem macht es doch Spaß mal zum Fussball-, Handball-Spiel oder zu einer Theater-Aufführung des Kindes mit zu gehen.

    Und parallel kann man abends am Computer immer noch in einer Singlebörse weiter suchen.

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