Partnerwahl: Drei einfältige Theorien

Man kann ja schon mal vorsortieren, bevor man ins Dropsglas greift. (Quelle: loop_oh by flickr.com)

Glaubt Ihr eigentlich an Schicksal? An Vorherbestimmung? An den einen Deckel auf Eurem Topf? Wartet Ihr immer noch darauf, dass der Richtige kommt? Der, der einfach passt, Euch auf Händen trägt und in den Sonnenuntergang entführt …

Da kann ich nur sagen: Aufgewacht! Ihn gibt es nämlich nicht, den Traumprinzen. Ober glaubt Ihr, dass Ihr eine Traumprinzessin für ihn seid? Beziehung ist nichts, was irgendwie durch die Luft schwebt und plötzlich wird man kontaminiert und dann hat man´s. Die Partnerwahl ist durchaus beeinflussbar. Und wer sich weiterhin mit einer dieser drei kruden Theorien herausreden möchte, der sollte mal herhören.

1. Partnerwahl ist Zufall, ich habe gar keinen Einfluss.

Es gibt ja durchaus Stimmen, die uns den freien Willen komplett absprechen, nach deren Meinung der freie Wille eine Art biochemisches Endprodukt ist. Danach sind die Entscheidungen schon getroffen, bevor uns das überhaupt klar wird und demnach haben wir auf nichts in unserem Leben wirklich einen Einfluss.

Das wäre eine prima Ausrede für eigentlich alles im Leben, aber ganz so pessimistisch sehe ich das nicht. Natürlich kann man sich einen Traummann nicht backen, aber kennenlernen kann man ihn beispielsweise nur dort, wo man sich selbst aufhält. Wer viel im Spielcasino ist, findet wohl eher einen Millionär, als jemand, der in Suppenküchen aushilft. Schon allein durch solche Äußerlichkeiten hat jeder einen gewissen Einfluss darauf, wie der Partner in gewisser Weise gestrickt sein wird. Von Details wie dem eigenen Aussehen, Auftreten, Selbstverständnis mal ganz abgesehen.

2. Partnerwahl ist Schicksal, ich muss halt warten können.

Wer alles im Leben seinem Schicksal in die Hand gibt, kommt nicht wirklich weiter. Man bewegt sich nämlich selber nicht, sondern wartet gemütlich ab, bis einem das Glück in den Schoss fällt. Leider passiert das nur sehr wenigen Menschen, ist wohl so ungefähr vergleichbar mit einem Lottogewinn.

Dabei kann jeder dem Schicksal auf die Sprünge helfen. Aber sicher! Einfach indem er (oder sie) kein Eremitendasein führt. Um einen Partner zu finden, muss  man unter Menschen geht. Sonst wird man selber ja auch nie gefunden.

3. Wenn eine Beziehung scheitert, dann ist das halt so.

Ob man tatsächlich mit dem zusammenkommt und eine glückliche Beziehung führt, in den man sich verliebt hat, hängt von so vielen Faktoren ab, dass man kaum glauben kann, dass es jemals klappt. Die Gründe, warum es klappt, durchschaut wahrscheinlich keiner so richtig, aber zum Glück klappt es oft.

Welche Faktoren Ihr mitbringen müsst, wird auch sehr von den Bedürfnissen Eures Partners bestimmt. Wo für den einen Humor unabdingbar ist, fühlt der andere sich nicht ernst genommen, weil soviel gelacht wird.

Zwei Dinge braucht es unbedingt: Eine gewissen Offenheit, die es möglich macht, den Partner auch noch zu mögen, wenn der Honeymoon vorbei ist und den festen Willen eine Partnerschaft zu führen. Wer sich da nicht so sicher ist, strahlt jede Menge Unsicherheit aus und das zermürbt eine Partnerschaft auf Dauer.

Und die Moral von der Geschicht …

In Partnerbörsen wird immer eine unendliche Auswahl beworben und, dass irgendwo in dieser Auswahl der Richtige wartet – aber das ist nur Werbe-Sprech. Lasst Euch nicht davon beeindrucken. Glaubt nicht, dass Ihr eine unendliche Auswahl nötig habt, um den Traumprinzen zu finden. Dieses Topf-und-Deckel-Phänomen ist Quatsch. Es passen verschiedene Deckel auf einen Topf, wer nach dem richtigen Deckel sucht, der nimmt sich nur selbst aus der Verantwortung.

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