Der Club der Gnadenlosen!?

Was passiert, wenn Frau einen Mann über eine Internet-Partnervermittlung sucht und Frau dazu noch eine Journalistin ist?
Richtig: Wenn’s klappt, ist’s gut – Wenn nicht, wird’s halt ausgeschlachtet und in einem für den Leser unterhaltsamen Artikel „zweitverwertet“.


Zu lesen ist das Ganze in der Online Ausgabe der Zeit, unter der Adresse:

Mir persönlich hat beim Lesen gefallen, wie die diversen Klischees des Online-Datings bedient werden und aus einer eher negativen, skeptischen Grundhaltung dann auch das entsprechende Ergebnis resultiert. Paul Watzlawick lässt grüssen…

Immerhin: Auch die typischen Stolpersteine beim Dating, die zu durchlaufenden Phasen werden angesprochen und die Auswirkungen derselben auf die persönliche Frustrationstoleranz sind durchaus nachvollziehbar.

Ja, auch ich kann gnadenlos sein. Jeden Tag ein bisschen mehr. Was mich irgendwann selbst erschreckt. Bislang habe ich mich bei Männern eigentlich auf mein Bauchgefühl verlassen. Und das reagierte oft auf arbeitslose Weltverbesserer genauso freudig wie auf Tischler und Anwälte. Woher nehme ich jetzt die ganzen Vorurteile? Warum lege ich im Internet Kriterien an, die im wahren Leben noch nie eine Rolle spielten?

Vielleicht hat die Autorin aber auch nur einige Grundregeln im Online Dating missachtet?

Zumindest kurz angesprochen wird ja die Wichtigkeit, sein Foto möglichst schnell freizugeben. Und wenn die Reaktion auf das Foto dann so ausfällt wie im ersten beschrieben Fall? Ist für die prompte Ablehnung vielleicht der Mann „schuld“ oder eventuell ein ungeeignetes Foto? Der Gang zum Fotografen, ein sorgfältig(er) ausgesuchtes Foto vielleicht ein Basic, wenn man -wie zu vermuten – nicht aussieht wie Kim Basinger in 9,5 Wochen..

Im unserer täglichen Arbeit erleben wir es sehr oft, das grade Frauen mit einer gradezu unglaublichen Erwartungshaltung an das „Online-Shop-System“ Partnerbörse herantreten und dann gerne schnell mal frustriert sind, wenn sie merken, das einer Kontaktbörse halt eben kein Warenhauskatalogsystem ist, das Männer auf Bestellung liefert:

Weil jeder Mann nur eine Enttäuschung sein kann, wenn man sich vorher im Wunschkatalog der Partnerbörse seinen Traumprinzen zusammengebastelt hat? Womöglich aber auch, weil es schlicht unromantisch ist, wenn sich zwei Menschen treffen, um abzuchecken, ob sie sich ineinander verlieben könnten. Das hat man sich früher immer anders vorgestellt.

Für die Verfasserin des Artikels ein Fehlschlag. Interessant hingegen die Kommentare zum Artikel.
Meist verfasst von Männern, einige mit Erfolg beim Online-Dating.

Vielleicht sollte man Online-Dating einfach etwas lockerer angehen und primär als Chance sehen, Menschen kennenzulernen, die man sonst nicht getroffen hätte. Vielleicht sogar einen netten Tag zu erleben. Könnte sein, das es dann so funkt, wie man es sich früher vorgestellt hat…

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