Die Macht der Matchingpoints

Keine Angst vor dem Unbekannten! (Quelle: Paolo Tonon by flickr.com)

Wir leben in einer digitalen Zeit. Der Computer bestimmt einen großen Teil unserer Lebenswirklichkeit. Viele sitzen den ganzen Arbeitstag lang vor dem Rechner und abends spielen Sie dann noch Farmville, checken ihre privaten Mails und aktualisieren den Facebook-Account, soweit das auf der Arbeit nicht möglich ist.

Auch in der Partnersuche haben Computer eine wichtige Rolle eingenommen. Der moderne Mensch sucht im Netz und lässt sich in Kontaktbörsen matchen. Für viele sind die Matchingpoints unglaublich wichtig. Menschen, die eine bestimmte Punktzahl nicht erreichen, kommen dann als Partner nicht in Betracht, aber geht da die Macht des Computers nicht ein wenig weit?

Dem Computer ist es total egal, ob Ihr zusammenpasst oder nicht, er zählt einfach bloß. Er kann menschliche Intuition sicherlich ersetzen, jedoch um den Preis der Einzigartigkeit. Deshalb: Haltet Euch nicht nur an die Vorschläge, die einem Algorithmus entspringen, sie mögen passend scheinen, doch sie sind computergeneriert, nicht menschlich. Sie fassen bestimmte Fakten zusammen, doch den Menschen als Ganzes können Sie nicht bestimmen. Verstand, Humor und Lebenserfahrung sind ganz individuell und auch nur individuell erfahrbar.

Bleibt also offen, für die kleinen Geheimnisse im Leben, für das Besondere, denn ein Mensch, der in allen Punkten passt, ist nicht unbedingt der Mensch in den man sich verliebt bzw. mit dem man glücklich wird. Unterschiede sind für eine Beziehung nicht weniger wichtig als Gemeinsamkeiten, doch darauf sind die Suchen der Onlineangebote nicht eingestellt.

Online sind mehr Singles, als ihr jemals kennenlernen könnt, trotzdem ist übertriebener Ehrgeiz auf der Suche nach dem Einen (mit 100 Prozent Übereinstimmung) unangebracht. Ich verkünde keine Neuigkeit, wenn ich sage, dass es den Einen nicht gibt. Nirgends. Beziehung, Partnerschaft, Liebe – das hat durchaus mit Zufällen zu tun.

Leider ist es schwer in den Onlineportalen quer zu suchen, wenn die meisten nur nach dem vermeintlich am besten passenden Partner suchen. Die Anfrage von einem irgendjemand wird da oft nicht für voll genommen oder einfach übergangen.Trotzdem lohnt sich der Versuch, große Liebesgeschichten entstehen doch selten, wenn alles aalglatt läuft. Der Prinz muss doch durchs Dornengestrüpp und die Prinzessin muss in einem hundertjährigen Schlaf liegen. Es muss gemeinsam für die Liebe gekämpft werden. Das mag im ersten Augenblick wie romantisches Geplänkel klingen, ist es jedoch mitnichten. Tatsächlich ist es das gemeinsame Erleben, dass uns zusammenschweißt, neben einem ähnlichen Bildungsabschluss und einem ähnlichen IQ.

Wer sagt denn, dass die Vermittlungsparameter richtig sind, dass sie auf Dich und mich zutreffen? Klar, bei seriösen Agenturen wird mit Wissenschaftlichkeit geworben, das macht schon einen guten Eindruck, aber passen wird denn alle in diese Schemata? Will ich selbst überhaupt in dieses Schema, in diese Liste, in dieses Punktesystem passen? Will ein auf Matchpoints reduziert werden?

Will ich nicht! Spätestens in dem Moment, da mich jemanden abserviert, weil ich ein paar Prozente zu wenig habe, weiß ich, ich bin mehr als diese Matchingspoints jemals aussagen können. Zumal die ja auf jedem Portal ein bisschen anders ausfallen.

Ich will auch so gefunden werden, als Ganzes. Da sind einige Macken bei, aber dafür kann ich auch einige Macken tolerieren – doch das lässt sich in Matchingpoints nicht ausdrücken. Ich werde Anfragen, denen ich Matchinghuldigung anmerke, von nun an geflissentlich ignorieren. Sucht Euch jemanden, der genauso ist wie Ihr und werdet glücklich. Aber nicht mit mir!

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