Online-Partnerbörsen und die Journalisten: Keine Ahnung? Macht nix!

Journalist im SchreibrauschJedes Jahr, so Anfang Februar, wenn das vom örtlichen Gewerbeverband verordnete Valentins-Fest naht, raschelt es wieder in den Redaktionen. „Schreib mal was zu Valentin, nimm noch was mit Internet rein und mach das mal so, dass es dem Leser am Frühstückstisch gefällt“.

So oder ähnlich muss es klingen, wenn der Redaktions-Voluntär die undankbare Aufgabe erhält irgendetwas in die Tasten zu hacken, wovon er oder sie im ungünstigsten Fall überhaupt keine Ahnung hat. Macht ja nix: Das hat der angehende Journalist ja gelernt – Ohne eigenen Bezug über etwas zu schreiben, nennt sich „Recherche“. Oder so.

Online-Partnerbörsen versprechen viel, halten können sie aber wenig davon. Die wahre, große Liebe ist auch im Internet sehr schwer zu finden.
[www.format.at]

Obwohl – So richtig falsch sind die meisten dieser Recherche-Artikel gar nicht. Aber wenn man aus der Masse der vielen Copy-n-Paste Artikel, die auf Pressemitteilungen eben dieser Partnerbörsen basieren, herausstechen möchte muss man halt schon irgendwie originell sein. Deswegen haben viele dieser Artikel auch ein ausgesprochen negativ-ironisches Grundrauschen in der Aussage. Oder die Aussage rauscht mehr als sie informiert:

Ehe man sich also blind oder krank vor der Sehnsucht nach Liebe in ein Online-Abenteuer stürzt sollte Mann oder Frau sich grundsätzlich zweier Dinge bewusst sein: Erstens gibt sind online keine anderen Partner zu finden wie im wirklichen Leben und zweitens gibt es nichts, das es nicht gibt.

Ah, ja….

Selbst Seiten wie der deutsche Focus bringen um den 14.02. herum gern mal einen Artikel zum Thema. Das es auch dort nach ein paar bekannten Allgemeinplätzen, dem obligaten Bezug auf einen Soziologen schliesslich direkt in Richtung Südpol geht („Wenn Internetpornos die Beziehung belasten“) mag der Klickrate geschuldet sein. Der Lesende möchte so was schliesslich lesen.

Ich werde also auch in Zukunft täglich von neuen Elaboraten überraschen lassen. Denn manchmal gibt es auch so etwas wie Lichtblicke. Das sind die Geschichten, die zum Schluss so etwas wie Online-Realität durchblitzen lassen. So wie die von Michael Lutter, der im Frauenmagazin Brigitte über seinen Selbstversuch im Online-Dating berichtet. Und zum Schluss resümiert: „Das Netz öffnet erst mal Türen, aber noch lange keine Herzen.“

So ist es! Ohne das Netz wäre man niemals vor einer dieser Türen gestanden.
Und die Zeit, in der die Partnersuche im Internet nur für die übrig gebliebenen und schwer vermittelbaren Singles akzeptiert war, ist nun wirklich schon lange vorbei, liebe Schreibenden!


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