Nullter Sex – Sprechen wir drüber

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Durch die lauschigen Foren des Internet geistert zur Zeit die Theorie vom sogenannten „Nullten Sex“. Wir bestimmen hier was diese Form von Sex soll, was sie bringt und ob man sie wirklich haben muss.

Nullter Sex – was ist das überhaupt?

Über Sex zu reden und dann keinen zu haben, das schließt sich eigentlich gegenseitig aus. Schließlich törnt ein Gespräch über Sex die meisten Menschen ziemlich an, so dass die Lust danach noch viel größer ist und die Wahrscheinlichkeit steigt, dass man es wirklich tun.

Die Theorie vom nullten Sex besagt jedoch, dass man zu zweit bespricht, dass man gern Sex hätte, es jedoch nicht tut, zum Beispiel weil man sich eine zukünftige Freundschaft nicht verbauen will. In der Praxis lässt man sich also auch nicht auf einen erotischen Sex Talk ein, sondern wahrt eine vergleichsweise emotionslose Ebene.

„Ich würde gern mit Dir schlafen, mache es aber doch nicht, denn ich will mit Dir befreundet sein.“

„Echt?“

„Ja.“

„Schade!“

So ungefähr muss man sich das vorstellen.

So benannt wurde der nullte Sex von einer jungen Autorin namens Clara Ott, die auch gleich ein ganzes Buch zum Thema geschrieben hat. Es handelt sich um einen Roman („Aufrüschbar„) und das macht schon deutlich, dass diese Theorie in der Praxis nicht funktionieren muss.

Dann doch lieber Sex Talk

Nullter Sex ist also gar kein Sex, sondern der ziemlich kindische Versuch, das Begehren anzusprechen, um es zum Stillstand zu bringen. Kann das funktionieren? Schließlich wächst das Begehren ja noch, wenn man bemerkt, dass es auf Gegenseitigkeit beruht. Man erfährt im Roman, dass es der Hauptdarstellerin auch nicht immer gelingt.

Mit Sex oder Sex Talk hat das ganze nichts zu tun, denn Sex soll ja nicht stattfinden, auch nicht im Geist oder nur über der Gürtellinie. Stattdessen gibt es Zuckerbrot und Peitsche. Ich will mit Dir schlafen, ich tu es aber nicht.

Die Grenzen zum erotischen Gespräch sind fließend. Jemanden auf diese Weise von sich fernzuhalten, wird also nicht leichter, sondern besonders schwer. Wer nicht rechtzeitig aufhört, wird in die Faszination der Verbalerotik hineingezogen, die nicht selten doch zu körperlichem Sex führt.

Hat das Konzept auch Vorteile?

Sex ist heutzutage körperlich gesehen nicht sehr risikobehaftet, wenn man sich entsprechend vor Schwangerschaft und Krankheiten schützt. Emotional bedeutet auch unverbindlicher Sex oft eine Achterbahnfahrt, denn zumindest für viele Frauen ist hinterher nichts mehr so wie vorher.

Dieses Gespräch, dieser sogenannte nullte Sex soll in erster Linie vor den emotionalen Verwicklungen bewahren. Allerdings kann man sich zu recht fragen, warum der/die Versuchte in diesem Moment nicht besser die Klappe hält? Der Vorteil dieser Theorie ist eigentlich bloß, dass man sich als Held stilisieren kann, der den Verlockungen des Lebens tapfer widersteht.

Nullter Sex ist eine nette Idee, die sich in der Praxis kaum umsetzen lässt. Wer hat schon Spaß daran, jede Erotik totzuquatschen? Das ausgesprochene Ich-will-nicht-mit-Dir-schlafen bleibt ja doch ein rüder Korb. Den kann man sich sparen, indem man im richtigen Moment die Klappe hält und man geht dabei nicht das Risiko ein, sich durch das ganze Gerede erst in Fahrt zu bringen.

Wer sich trotzdem dafür interessiert findet hier das erwähnte Buch bei Amazon: Aufrüschbar von Clara Ott bei Amazon.de

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