Liebeskarussell: Honeymoon-Spezialist oder Wahre-Liebe-Jünger?

Ob´s die große Liebe ist? (Quelle: maral85 by flickr.com)

Ich habe da so ein Paar im Bekanntenkreis, die sind noch nicht einmal ein halbes Jahr zusammen, knutschen schon fremd und zweifeln aneinander. Das kann es doch irgendwie nicht sein, das ist doch nicht richtig. Ich meine nach einem halben Jahr, da sollte doch noch sowas wie Honeymoon vorhanden sein und zwar nicht nur ein bisschen, sondern ganz gewaltig viel. Man sollte sich mehr als nur mögen und nicht zwanghaft das Zusammensein zelebrieren. Wie sollen die das denn weitere 25, 50 Jahre aushalten? Bin ich zu romantisch veranlagt, wenn ich mir ein bisschen mehr Leichtigkeit wünsche, wie seht Ihr das?

Ich habe zumindest nicht vor, mit jemandem zusammenzuleben, den ich nicht wirklich liebe. Wobei lieben ja so eine Sache ist. Verliebt sein ist ja noch einfach, schwuppdiwupp, passiert einfach. Da muss man im Prinzip gar nichts machen, schon ist es um Dich geschehen. Oftmals auch zu ziemlich ungünstigen Zeitpunkten oder man verliebt sich in Leute, die überhaupt nicht passen wollen, eben weil man da gar keinen Einfluss drauf hat. Verlieben ist so eine Art Naturgewalt.

Mit der Liebe (großes Wort) sieht es da ganz anders aus. Nix mit schwuppdiwupp und nix mit einfach so. Liebe, wahre Liebe, die hohe Liebe, stellt sich erst nach viel Zeit ein, wenn man den Honeymoon hinter sich gelassen hat. Man muss gemeinsam auch was erlebt haben und es braucht auch einige persönliche VoraussetzungenLebenserfahrung, Vertrauen in sich selbst, Durchhaltevermögen und eine positive Grundeinstellung.

Die wirtschaftlichen Vorteile, früher DAS Argument um zusammenzubleiben, fallen ja heutzutage weg. Warum bleibt man also noch zusammen? Warum trennt man sich nicht einfach? Viele tun es ja, was ich sehr bedauerlich finde. Aber so im Großen und Ganzen streben wir doch nach einer Beziehung für die Ewigkeit. So ein ewiger Honeymoon, das ließe sich doch ganz gut aushalten. Ist aber leider nicht ganz real, denn so nach zwei Jahren kommt einem die Ewigkeit plötzlich ziemlich lang vor. Viele verlieben sich dann neu, auch wenn die alte Beziehung noch besteht (was nicht in Ordnung ist!), und obwohl die eine Liebe gerade den Bach runter ist, soll die nächste wieder für immer sein. Das ist doch nicht normal oder?!

Die Liebe, die ich mir persönlich erhoffe, beginnt erst nach dem Honeymoon. Den nehme ich gerne mit, doch ich will mehr. Nicht unbedingt bis ans Lebensende, darüber mache ich mir jetzt noch keine Gedanken (wer plant schon so weit?), aber eben für einen nicht überschaubaren Zeitraum.

Als nicht überschaubar hat sich für mich eine Zeit von etwa zwei Jahren herausgestellt. Wenn ich heute liebe, weiß ich also ziemlich genau, dass davon in zwei Jahren (unter normalen Umständen) noch was übrig ist. Für dieses Wissen musste ich aber auch einige Runden auf dem Liebeskarussell drehen. Klar suche ich einen Partner, der ähnlich tickt, ähnliche Erfahrungen gemacht hat und ähnlich zuverlässig ist.

Find den mal! Ist gar nicht so einfach. Trotzdem, auf unsichere Huscheln habe ich gar keine Lust, da bleibe ich lieber noch ein bisschen allein. Fürauf dem Liebeskarussel ist mir mein Leben einfach zu schade.

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