Liebe geht durch den Magen

(Bildquelle: Rubyran by flickr.com)

(Bildquelle: Rubyran by flickr.com)

„Dieses Kribbeln im Bauch, dass man nie mehr vergisst …“ und „Flugzeuge im Bauch“ kennt jeder oder?
Merkwürdig, dass sich die Liebe so sehr im Bauch abspielt. Warum zum Beispiel kribbelt es nicht in den großen Zehen oder im Knie?

Und wie passt dieses Sprichwort „Liebe geht durch den Magen“ dazu?

Jeder, der das schon einmal erlebt hat, weiß: Verlieben ist keine Willenssache.
Verlieben ist etwas, das buchstäblich mit einem passiert. Man kann mit viel Mühe manchmal verhindern, sich total bescheuert zu benehmen, aber darüber hinaus hat man auf das Verlieben keinen Einfluss. Man weiß nicht, wann man sich verliebt und auch nicht in wen. Oft genug passiert es in total unmöglichen Momenten. Plötzlich sind da diese Schmetterlinge, dieses Bauchgefühl …

Wenn man jemanden erobern will, ist es gar nicht so unsinnig, sich an das alte Sprichwort zu erinnern.
Unser Körper reagiert auf bestimmte Reize mit Herzrasen, einem flauen Gefühl im Magen. Das ist normal und wichtig, damit wir im Notfall schnell reagieren können und ist ein System, dass sich in Jahrmillionen Evolution bewährt hat.

Auch wenn man verliebt ist, gibt es körperliche Reaktionen und die fühlen sich ganz ähnlich an wie die Stressreaktionen. Nun ist es allerdings das Glück, dass sich so anfühlt. Dabei werden dieselben Regionen im Hirn aktiviert, wie beispielsweise bei einem spannenden Fußballspiel oder einem guten Essen. Das Gefühl beim Verliebtsein ist zwar viel stärker, so dass ein gutes Essen im direkten Vergleich keinesfalls gewinnt. Aber man kann ein Essen benutzen, um das gute Gefühl des Verliebtseins zu verstärken, indem man diese beiden sinnlichen Erfahrungen miteinander kombiniert.

Interessant dabei ist, dass verschiedenen Lebensmitteln besondere Einflüsse zugeschrieben werden. Die Liste der vermeintlichen Lustverstärker ist lang und sie haben nachgewiesenermaßen Einfluss auf das körperliche Befinden, auf das sexuelle Empfinden allerdings erst in zweiter Hinsicht.

Austern und Kaviar sind Klassiker, aber auch Kaffee und Schokolade, Zimt, Ingwer oder die Muskatnuss gehören zu diesen sogenannten Aphrodisiaka. Aber auch Alkohol funktioniert, einfach wegen seiner enthemmenden Wirkung. Zuviel davon macht allerdings müde, träge und unkoordiniert. Keine guten Voraussetzungen für die körperliche Liebe.

In Austern ist es beispielsweise der hohe Zinkgehalt, der die aphrodisierende Wirkung hervorrufen könnte, denn Zink ist ein Bestandteil der Testosteronproduktion. Chilis enthalten Capsaicin, das ist der Stoff, der die Schoten so scharf macht. Besonders scharfe Gerichte regen die Durchblutung an, außerdem werden die Schleimhäute empfindlicher für Berührungen. Auch Ingwer wirkt sich positiv auf die Durchblutung aus. Die Muskatnuss enthält dagegen ätherische Öle, die eine berauschende Wirkung haben. In zu hoher Dosierung ist die Wirkung allerdings alles andere als angenehm, sie führt zu Halluzinationen. Glücklicherweise ist der Geschmack von Muskat in diesen Mengen brechreizauslösend, so dass es kaum zu Überdosierungen kommt.

Wie man sich schon denken kann, sind Aphrodisiaka keine Wundermittel, sie verstärken nur den einen oder anderen Reiz bzw. die körperliche Empfindsamkeit. Trotzdem schadet es natürlich nichts an ihre Wirkung zu glauben, schließlich könnte ja auch der Placeboeffekt eine Rolle spielen. In medizinischen Experimenten wird immer wieder festgestellt, dass das Vertrauen auf ein Placebo eine verblüffend große Wirkung hat.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.