Keine Angst vor dem Heiratsantrag

Heirate mich! (Bildquelle: Carlton Browne by flickr.com)

Das erste „Ich liebe Dich“ ist ein ganz schöner Krampf. Meist braucht es ein paar Wochen vom ersten Gedanken bis zum Umsetzung. Dabei sind das ja eigentlich nur drei poplige Worte. Doch irgendwie schwingt da soviel Inhalt mit, dass selbst oder gerade die Hartgesottenen sich mit solchen Geständnissen schwer tun.

Und das ist erst der Anfang! Im Idealfall hat ein „Ich liebe Dich“ irgenwann einen Antrag zur Folge. Nein, nicht den auf Hartz-4-Bezug oder den auf Kindergeld, ich meine den Heiratsantrag. Das ist dann die wirklich große Schule der emotionalen Geständnisse.

Früher schrieb man romantische Gedichte, fragte die Schwiegereltern in spe und fiel vor der Angebeteten auf die Knie. Heute darf es gern noch etwas mehr sein. Wenn man sich bei Youtube reinklickt, kann man einen echten Antrags-Overkill erleben, der meistens in einer Fremdschämattacke und nur selten mit einem inbrünstigen „Wow“ endet.  (Beispiel für letzteres folgt weiter unten.)

Machen, nicht zuschauen!

Natürlich darf man sich die unzähligen Videos von unglaublich romantischen Anträgen alle reinziehen, wirklich gut wird es aber nur, wenn man nicht nur schaut, sondern recht bald in die Vollen geht, sich selbst was ausdenkt und die Initiative ergreift. Die Kraft dazu geht im heutigen Medienüberfluss schnell verloren, denn man kann gut und gerne Tage und Wochen mit der Inspirationssuche im Netz verschwenden, ohne etwas Eigenes zu produzieren.

Nichts ist ohne Risiko

Klar kann so ein Antrag auch in die Hose gehen. Sie muss ja einfach nur ein bisschen zögern, merkwürdig dreinschauen oder gar „Nein“ sagen … aber ganz ohne Risiko ist nichts im Leben. Wer davor Angst hat, sollte im Bett bleiben (wo er natürlich niemanden kennenlernt) und auch diese Taktik ist nicht ganz ohne Risiko. (Feuer, Flugzeugabsturz …)

Natürlich kann so ein Antrag  peinlich rüberkommen, egal wie viel oder wenig Mühe man sich gegeben hat. Aber ehrlich, sich richtig ins Zeug zu legen ist schon die richtige Taktik, dann verliert man im Zweifelsfall wenigstens mit Pauken und Trompeten, das hat wenigstens Stil.

Also setze Dich hin und entwickle eine Idee, wie Du Deine Liebste so richtig überraschen und beeindrucken kannst, jetzt mal abgesehen von der Ringschachtel, die wahlweise mit rotem, schwarzem oder blauem Samt beschlagen ist. Die meisten Frauen sind zwar auch nicht sauer, wenn sie abends beim Ins-Bett-gehen gefragt werden, weil die Freude über einen Antrag so groß ist, aber es geht doch irgendwie auch cooler.

In jedem Fall sollte man sich nicht scheuen, Freunde einzubeziehen, wenn man eine richtig große Nummer vorhat. Natürlich nur solche, die die Idee von der Hochzeit unterstützen und sich richtig ins Zeug legen, um den Antrag perfekt zu machen. Die gestalten, tragen, fahren, tanzen – für einen romantischen Heiratsantrag ist man ja bereit vieles zu tun.

Übrigens mag nicht jeder öffentliche Heiratsanträge, wie sie zur Zeit so in Mode sind. Nicht jeder steht gern derartig im Mittelpunkt. Außerdem könnte das „Ja“ so auch ein bisschen gezwungen rüberkommen, denn wer traut sich in so einer Umgebung schon „Nein“ oder „Vielleicht“ zu sagen, wenn dann das ganze Publikum betroffen raunt.

Lasst Euch also nicht von der Mode beeindrucken. Fragt so, wie es passt. Ob mit Rose, mit Pferd, mit Sportwagen, auf einer Klippe, im Meer, beim Basketball, im Kino, mit vielen Worten oder einem Plakat. Aber: Gebt Euch Mühe!

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