Heirat aus Steuergründen: Ja, ich will – sparen!

Geld ist immer ein gutes Argument, warum nicht auch fürs Heiraten?! (Quelle: JD Hancock by flickr.com)

Rosa Brillen machen nicht nur blind, manchmal machen sie auch ein bisschen dumm im Kopf. Es gibt Paare, die haben sich kaum kennengelernt, schon laufen sie zum Standesamt. Das kann doch nichts werden, ätzt dann die Verwandtschaft unter den läutenden Hochzeitsglocken.

Und nicht nur die Verwandtschaft belächelt Turbohochzeiten … würde man auf der Straße eine Umfrage starten, sicherlich hätte die Mehrheit der Befragten für dieses Thema nur ein mildes Lächeln übrig. Das kann ja nichts werden! Wenn dann noch dazukommt, dass Braut und Bräutigam sich im Internet kennengelernt haben, versteht man kaum noch sein eigenes Wort vor lauter Unkenrufen.

Verständnisvoller regieren einige, wenn aus steuerlichen Gründen geheiratet wird, denn so mancher hat das selbst getan. Tatsache, nicht eben wenige Menschen nennen finanzielle Gründe als ausschlaggebenden Heiratsgrund. Das sieht man schon daran, dass nicht wenige Ehen im Dezember geschlossen werden, obwohl es kalt und das Wetter meist mies ist. Das ist zwar auch nicht gerade chic, aber für die Rationalisten unter uns nur zu verständlich. Die Ersparnis geht schon mal in die Tausende, wenn man im Dezember heiratet und vorher das ganze Jahr eingezahlt hat. Aber macht eine nachgewiesene Nicht-Liebes-Heirat nicht die Liebe kaputt?

Ist es verwerflich zu heiraten, um Geld zu sparen? Haben diese Ehen weniger Chancen von Dauer zu sein? Hoffnungslose Romantiker werden das empört bestätigen. Praktische Untersuchungen dazu gibt es nicht. Was sagt das Bauchgefühl? Hochzeiten sind mit sehr vielen Emotionen und ganz konkreten Vorstellungen verknüpft. Das macht schon allein die Formulierung „der schönste Tag im Leben“ klar. Dadurch werden Hochzeiten jedoch gnadenlos überbewertet. Wichtig ist doch viel mehr ein ehrlich gemeintes Ja-Wort und zwei aufrichtige Brautleute. Die Steuer sollten sie zumindest in diesem Augenblick doch etwas aus den Augen verlieren.

Einfacher haben es diejenigen, die auch eine kirchliche Trauung planen, denn sie können das Standesamt ja viel leichter „etwas vorziehen“. Das große Fest mit Familie und Freunden und das „Ja“ vor Gott (das nicht wenige viel wichtiger finden) gibt es dann zur angemessenen Jahreszeit. Für manche Paare ist die Steuerersparnis schließlich so groß, dass sie davon im folgenden Jahr einen großen Teil der opulenten Hochzeitsfeier ausrichten können, die sich doch die meisten wünschen. Ohne die rechtzeitige Trauung wäre das hingegen nicht möglich.

Und wenn wir zurückschauen, verlieren die Romantiker noch weitere Argumente. Wie wurde denn früher geheiratet? Na? Liebesheirat war längst nicht die Regel, die Eltern oder der Lebensstandard haben immer schon eine Rolle gespielt. Den Luxus einer Liebesheirat genießen wir erst heute. Trotzdem wird ungefähr jede dritte Ehe in Deutschland wieder geschieden. Da Scheidungen meist nicht im Einvernehmen stattfinden, sind sie sehr teuer. Die vormalige Steuerersparnis wird dadurch oft zu einem Gutteil aufgefressen. Aber man ist ja auf das kurzfristige Geld aus und zum Glück nach wie vor so blauäugig zu heiraten, obwohl keiner weiß, wo einen das Leben hinführt.

Von dem ganzen Steuer-Hick-Hack mal abgesehen, gibt es aber auch richtige Dezemberfans, die nicht wegen der Steuer heiraten, sondern wegen der schönen Weihnachtsatmosphäre und dem Schnee. Und die mit der rosa Brille heiraten sowieso zu jeder Jahreszeit, das sind Dürre, klirrende Kälte oder Matschwetter vollkommen nebensächlich.

Und wenn Sie grade noch niemand kennen den Sie im Dezember heiraten können, gibt es hier ein paar Internet-Adressen, die Ihnen garantiert weiterhelfen können:

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