Flirten für Anfänger

Zwei, die keinen Flirtworkshop brauchen. (Quelle: Cam Switzer by flickr.com)

Mit Freunden am Frühstückstisch, da wird gelästert. Thema des Tages: der Flirtworkshop. Bei uns im Viertel wird nämlich heute einer angeboten. In einem ziemlich szenigen Buchladen um die Ecke gab es gestern Abend die Lesung zum Flirt und heute Vormittag findet der dazu passende Workshop statt. Wer hätte Interesse mit mir hinzugehen?

Ich würde nämlich gern hingehen. Nur so interessehalber. Mich persönlich betrifft das Thema natürlich überhaupt nicht, ist klar oder? Flirten kann doch jeder! Ich will einfach nur mal schauen, wer da sonst so alles was lernen möchte. So ein Flirtworkshop ist bestimmt weniger Workshop und eher Partnerbörse. Oder?

Flirten kann wirklich jeder, den meisten ist es nur nicht bewusst. Die stellen sich Wunder was unter einem Flirt vor und bekommen regelrecht Prüfungsangst. Dabei flirten wir alle und zwar fast jeden Tag. Manche verwechseln natürlich auch Flirt und Anmache. Eine gute Anmache kann nämlich nicht jeder und wenn sie nicht gelingt, wirkt der Versuch ausgesprochen daneben. Flirten gehört hingegen zur emotionalen Grundausstattung jedes Menschen. Man muss die eben nur ein bisschen pflegen und hin und wieder mal benutzen.

Wo beginnt ein Flirt? Ein Flirt beginnt mit guter Laune. Selbst sehr introvertierte Menschen haben manchmal gute Laune. Auch, wenn sie eigentlich nie Kontakt mit dem Gegenüber aufnehmen, manchmal geht es eben einfach mit einem durch. Man hat ne gute Note bekommen oder ist in der Firma gelobt worden, das Wetter ist so schön oder die Musik, die man gerade hört und schwupp, stellt sich gute Laune ein. Gute Laune ist die Basis jeden richtigen Flirts.

In diesem Fall braucht man nicht einmal Mut zum Flirten, denn es passiert von ganz allein. Automatisch hat man den Kopf oben, automatisch schaut man den Menschen in die Augen. Automatisch stellt sich ein Lächeln ein – wenn dann ein Lächeln zurückkommt, dann ist das ein Flirt. Nicht mehr und nicht weniger, keine Zauberei also. Das ist natürlich nur die Grundform, daraus kann sich viel mehr ergeben … ein Gespräch, Drinks, lange Abende, Nächte.

Aber wer es schafft einen Kontakt zum Gegenüber aufzubauen, ihm in die Augen zu schauen, der flirtet. Flirts sind dabei erstmal nichts sehr Geschlechtliches. Flirts fliegen durch den Raum. Sie gewinnen an Faszination, wenn man plötzlich erkennt, dass das kontaktierte Gegenüber ernsthaft attraktiv ist, sozusagen „in Betracht kommt“. Denn dann schauen die meisten entweder verschämt zur Seite oder, wenn sie sich trauen, geben sich mit einem Lächeln, einem Zucken der Augenbraue, einem Drink etc. zu erkennen.

Ihr seht, Flirten ist keine Wissenschaft, die man lange studieren muss. Man muss auch keinen Workshop besuchen, sondern braucht einfach nur mal einen Tritt in den A… . In geringem Maße wirken Alkohol und Co natürlich auch positiv, weil enthemmend, aber (!) nur in sehr geringem Maße. Nichts ist weniger sexy als Betrunkene jeden Geschlechts.

Natürlich gibt es auch Schlechte-Laune-Flirts, aber die kommen meist auch so rüber. Wirken plump und aufgesetzt. Man muss allerdings kein wandelnder Sonnenschein sein, um flirten zu können. Man muss sich nur selbst mögen, Gutes in sich entdecken können, dann klappt der Flirt auch, wenn der Tag selbst vielleicht daneben war.

Übrigens: Flirten ist gesund, gut für Körper und Geist. Und das Beste: Wer flirtet, tut nichts Böses. Also auf ins Leben, am besten schon heute!

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