Fernbeziehung: Risiko und Chance zugleich

Fernbeziehung - immer unterwegs. (Quelle: Photocapy by flickr.com)

Online-Dating produziert Fernbeziehungen. Selbst wenn man die Suche regional einschränkt, gehen einem doch oft bunte, weit über das Land verstreute, Vögel ins Netz. Die Liebe ist ja bekanntlich ziemlich willkürlich und hält sich einfach nicht an so wichtige Kriterien wie zum Beispiel die Entfernung. Ist sie einmal ausgebrochen, muss man mit dem Problem „Fernbeziehung“ halt irgendwie fertig werden.

Schon der Honeymoon, wenn die Verliebten eigentlich mit Hormonen geflutet durch die Gegend schweben müssten, ist von Sorgen überschattet, weil man den Liebsten/die Liebste nicht ständig sehen kann. Dafür müssen alle Nase lang Fahrten zwischen den jeweiligen Wohnorten organisiert werden. Das kann sehr nerven. So manche Partnerschaft, die unter normalen Umständen glücklich verlaufen könnte, ist  von Anfang an zum Scheitern verurteilt, denn so flexibel, wöchentlich oder zweiwöchentlich zu verreisen, ist nicht jeder.

Fernbeziehung hat aber nicht nur Nachteile, die Entfernung hält schließlich das Begehren wach. Man reibt sich nicht an Alltagskleinigkeiten auf, sondern erlebt regelmäßig einige Tage, die sich wie ein kleiner Urlaub anfühlen und lernt den Partner immer von seinen allerbesten Seiten kennen. Es gibt Paare, die bewusst auf einen gemeinsamen Alltag verzichten, um nur schöne Zeiten miteinander zu verbringen und sich nicht in Nichtigkeiten wie der Diskussion um Zahnpastatubenverschlüsse oder Klodeckel zu verlieren. Ob das Sinn macht, muss jeder für sich selbst entscheiden.

In den meisten Fällen stellt sich jedoch schnell die Frage, ob man sich die Pendelei auf Dauer antun will. Der Entschluss zusammenzuziehen ist zwar für jedes Paar ein Wagnis, bei einer Fernbeziehung ist dies aber besonders groß, schließlich fehlt die Übung darin, den Alltag gemeinsam zu bewältigen. Viele scheuen sich deshalb vor der Entscheidung einen gemeinsamen Haushalt zu begründen, was fast zwangsläufig ins Beziehungsaus führt. Denn irgendwann haben sich Verliebtsein und Vertrauen so weit verflüchtigt, dass getrennte Wege die einzige Konsequenz sind. Dann entstehen neue Partnerschaften, unter hoffentlich besseren Vorzeichen.

Es braucht eine Menge Vertrauen, um über Entfernung zusammenzuleben. Auf dieser Basis sollten Paare auch über die Schwierigkeiten eines Zusammenzugs in Ruhe reden können. Nur in einem Gespräch lassen sich Ängste und Vorbehalte abbauen und man eröffnet sich die Chance gleichberechtigt zueinander- und ins Zusammenleben zu finden. Gemeinsame Ziele sind für jede Partnerschaft wichtig, das Zusammenziehen ist meist eines davon. Paare, die offen mit dem Thema umgehen und langsam, aber konsequent einen Plan entwickeln, wie lange der Fernbeziehungsstatus andauern soll, sind im Vorteil. So wissen beide Partner immer wo der gemeinsame Weg hinführt.

Von großer Bedeutung für das Leben in einer Fernbeziehung sind natürlich auch die äußeren Umstände. Ist man beruflich und finanziell überhaupt in der Lage zu pendeln oder ist die Partnerschaft sowieso nur durch einen gemeinsamen Haushalt aufrechtzuerhalten? Die Beziehung darf auf keinen Fall darunter leiden, dass einer der beiden Partner seinen bisherigen Lebensmittelpunkt aufgibt. Gerade wenn der Zusammenzug das bisherige Leben stark verändern wird, muss man sich mit der Entscheidung Zeit lassen und die Beziehung auf ihre Lebensfähigkeit testen. Wer beispielsweise für die Partnerschaft ein Haus aufgibt, sollte sich sicher sein, dass diese Investition auch wirklich lohnt.

Wie ist es bei Ihnen? Haben Sie Erfahrungen mit einer Fernbeziehung gemacht, stehen Sie grade in einer oder ist schon mal eine Fernbeziehung gescheitert?

Lassen Sie uns dran teilhaben. Schreiben Sie uns Ihre Erfahrung in das Kommentarfeld!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.