Facebook und die Partnerschaft – (K)eine gute Verbindung?

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Das Internet verändert die Partnersuche – Und Facebook verändert die Partnerschaft.

Ein Facebook-Konto hat heute beinahe jeder und deshalb findet ein kleiner Teil fast jeder Beziehung heutzutage irgendwie online statt. Man kann das aufregend finden, doch dieser Umstand hat nicht nur Vorteile.
Besonders Menschen, die vielleicht ein nicht so stark ausgeprägtes Selbstwertgefühl haben, meinen schnell, dass Kontrolle besser ist als Vertrauen. So werden soziale Netze wie Facebook vielfach auch zur Überwachung des eigenen Partners genutzt.

Volle Kontrolle?

Dank Facebook hat man gut im Blick, was der eigene Partner so treibt. Man sieht seine Freunde und man kann mitlesen, wie er mit anderen scherzt. Man sieht wer geaddet wird und vor allen Dingen wann. Passiert es direkt nach einer Party, ist Eifersucht faktisch vorprogrammiert.

Auch wenn man seine Beziehung nicht veröffentlicht, indem man den Beziehungsstatus entsprechend ändert, ist ein kleiner Teil der Beziehung doch immer öffentlich, denn wie man auf dem Portal miteinander umgeht, können zumindest alle „Freunde“ sehen.

Solange man Liebeserklärungen hin- und herschickt, ist noch alles im Lot, auch wenn die Freunde vielleicht genervt reagieren. Doch heutzutage wird schnell auch mal Enttäuschung öffentlich gezeigt und das wird schnell peinlich. Auch Eifersuchtsdramen und Verlustängste, auf Facebook geäussert, sind übrigens ein beliebtes Vergnügen für die Facebook-Freunde.

Statuswechsel sind beispielsweise ein sehr beliebtes Mittel, um seine Freunde zu informieren. Sehr unsympathische Zeitgenossen nutzen diese Möglichkeit aber auch, um gleich die ganze Beziehung aufzukündigen. Damit verkommt die Beziehung zu einer Sache, die man per Knopfdruck an- und ausschalten kann. Facebook machts möglich.

Kennenlernen mit Facebook

Besonders interessant sind Social Networks in puncto Kennenlernen. Man kann sich in Ruhe durch die Freunde und alle Interessen desjenigen klicken, den man anziehend findet. Man lernt viel mehr über den Menschen, als dieser von sich aus erzählen würde. Die vielen kleinen Details, die die meisten User auf Facebook hinterlassen, ergeben ein sehr deutliches Bild, es hat nur einen Nachteil, es zeigt nie die ganze Persönlichkeit.

Besonders neugierige und besonders eifersüchtige Menschen treiben es am weitesten und finden auch die abwegigsten Einträge auf den entferntesten Seiten. Wer lange sucht, wird fündig, das ist gar nicht so schwer. Wer sich aber nur auf die Facebook-Erkenntnisse verlässt, ist oftmals zu unrecht eifersüchtig, denn diese Details vermitteln eben nur einen kleinen Teil der Lebenswirklichkeit.

Schriftliche Kommunikation als Fehlerquelle

Schriftliche Kommunikation ist immer fehlerbehaftet, weil man emotionale Zwischentöne, Gefühle etc. nicht so leicht übermitteln kann. Das führt zu Missverständnissen, die sich nur im direkten Gespräch auflösen lassen.

Wenn sich also zwei Menschen schon sehr leicht missverstehen, ist es für einen dritten Mitleser noch schwieriger herauszubekommen, was einzelne Botschaften wirklich bedeuten. Es macht also keinen Sinn, sich über Gebühr mit fremden Nachrichten zu beschäftigen.

Wenn ein Streit in der Partnerschaft unvermeidlich ist, heißt es unbedingt den Stecker zu ziehen, sonst nimmt ein Konflikt schnell nicht bewältigbare Formen an. Wenn Unbeteiligte über Social Networks plötzlich an der Auseinandersetzung teilnehmen, auch wenn das nur passiv, also durch Lesen geschieht, entwickelt sich schnell eine verhängnisvolle, kaum mehr zu stoppende Eigendynamik. Das Ende der Beziehung wäre aber ein zu teurer Preis für ein paar Statusmeldungen.

Also: Reden Sie offen miteinander und verhindern Sie gemeinsam, dass Facebook Ihre Beziehung bestimmt. Auch, wenn das bedeutet, ein Profil oder einen Kontakt von Facebook zu löschen. Man muss sich nicht online lieben, um offline eine glückliche Beziehung zu führen.

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