Facebook Dating – 5 Gründe, warum das nichts für mich wäre.

Gestern habe ich ja im Artikel über die Facebook-Expansion von PARSHIP schon darüber berichtet, wie sich ein grosser Anbieter versucht, sich an den bereits mit voller Kraft fahrenden Social-Media Zug anzuhängen.

Dabei ist PARSHIP keinesfalls der erste Major-Player, der das versucht. Bereits im April 2010 führte be2, eine ebenfalls durchaus nennenswerte Partneragentur, die vereinfachte Anmeldung via „Facebook-Connect“ ein. Nicht zu vergessen sind dann noch reine Facebook-Dating Anbieter wie „Zoosk“, „Badoo“ oder jetzt auch „Solista“, die voll auf die Social-Media Welle setzen und sich beim hauptsächlich jüngeren Klientel einer rasant steigenden Beliebtheit erfreuen.

Nun ja: Ich fand die Idee von Solista anfänglich ganz nett.
Meta-Suche, einfache Anmeldung über Facebook u.s.w. Alles sehr praktische Dinge für einen digitalen Menschen wie mich. Aber dann habe ich mir die ganze Sache nochmal überlegt.
Facebook hin und Social Media her: So etwas wie eine Beziehung, so richtig mit Gefühl und was alles mit dran hängt, gehört für mich nicht in irgendein „soziales“ Netzwerk. Das gehört mir, und zwar ganz allein.

Im übrigen, nur am Rande bemerkt, wäre ich als Single in einer Partnerbörse sehr erstaunt, mein Profil plötzlich noch auf anderen Partnerbörsen zu finden. – Nichts anderes meint man nämlich mit“Meta-Suche“.

Klar, jetzt kann man sagen: „Hey, so lernt man doch noch einfacher noch mehr Leute kennen“.
Aber will ich das überhaupt? Eine Partnerbörse wie PARSHIP bietet mir normalerweise Zugriff auf hunderte Partnervorschläge, die dann auch noch recht gut zu mir passen.

Selbst das kann so manchen Single bei der Partnerwahl überfordern. Und dann tausende Singles, die mit mir einen Kaffee trinken gehen möchten oder im September Schlittschuhlaufen wollen?

Das zeigt in welche Richtung „Social Dating“ geht: Lockere Verabredungen, etwas Freizeit geniessen und dann vielleicht noch zusammen in die Kiste. Menschen zum (gemeinsamen) konsumieren.

Ja, und so kam ich auf fünf subjektive Gründe, warum Facebook für mich kein Platz zum Dating ist:

  • Es ist mir zu öffentlich.
    Nicht nur, dass man sich auf Facebook in aller Regel mit dem echten Namen bewegt, Anonymität bei der Partnersuche im Facebook also gar nicht möglich ist:
    Wenn ich jemanden über Facebook kennenlerne, kommt zuerst der Freundschafts-Klick und dann kommt etwas, dass bei vielen jungen Menschen heutzutage wohl schon in die Liste „Erste Verabredung“, „erster Kuss“ und die erste gemeinsame Nacht einzusortieren ist: Die Status-Änderung auf „In einer Beziehung mit“.

    Das sehen dann alle meine „Freunde“ auf Facebook. Ob ich das will oder nicht. Auch das eventuelle spätere zurückschalten auf „Single“ ist öffentlich – Das Scheitern des Beziehungsversuchs eben. Will ich das?

    Kann man durch das setzen des „Single“-Status eigentlich eine Beziehung beenden? Und wie empfindet es man, wenn der oder die Ex den Status wieder auf „in einer Beziehung“ setzt, nur halt mit jemand anderem!?

  • Andere Facebook User können meine Verabredungen kommentieren
    Das brauche ich definitiv nicht! Vor kurzem erst hat PARSHIP in einer Studie herausgefunden, dass 48% der Deutschen bei der Partnerwahl auf den Rat ihrer Freunde hören. Im privaten Rahmen frage ich ja vielleicht noch, was man so von „der Neuen“ hält. Aber auf Facebook kommt das unaufgefordert auf einen zu. Können oder wollen Sie damit umgehen?

  • Ich kann meine Dates auch später noch nachvollziehen
    Facebook vergisst nichts. Und so kann ich in meiner Timeline auch in Zukunft immer nachvollziehen, was passiert ist und was andere dazu meinten. Hoffentlich gibt es keinen Rosenkrieg, an dem dann vor allem die Facebook-Freunde eine wahre Freude haben werden.

    Immer wieder schön ist es auch, in einer sentimentalen Stunde im Winter die Statuseinträge vom Frühling nachzulesen…

  • Facebook ist nichts für Eifersüchtige
    Zum Glück bin ich es nicht. Aber stellen Sie sich vor, wie Ihr Partner im Facebook jeden Kommentar, jede Freundschaftsanfrage von ihnen liest und hinterfragt. So etwas kann sehr ermüdend wirken.

  • Was macht Ihr Ex jetzt?
    Ganz leidensfähige Naturen beenden die Freundschaften zu Ihren Ex-Beziehungspartner nicht. Warum auch? „Wir können ja Freunde bleiben“, was aber eigentlich so viel bedeutet wie: „Ich ruf dich an“.
    Aber so sehen Sie live und in Farbe mit welchen neuen PartnerInnen ihr Ex zusammen ist und wie verliebte Status-Meldungen hin- und herfliegen. Braucht man das?

Mein Fazit hierzu also: Facebook erzeugt für mich eine zu schnell, zu stark empfundene virtuelle Nähe, die nichts mit der Realität an sich zu tun hat.
Echte Freunde helfen beim Umzug. Facebook-Freunde in der Regel nicht.

Facebook dient in erster Linie der Unterhaltung – Und nicht der Partnersuche.

Dating über Facebook würde mein Verlangen nach Intimität, Diskretion, Anonymität und der Einhaltung von persönlichen Grenzen überschreiten – Ganz abgesehen davon, das Facebook an sich gar nicht die Such-Funktionen mitbringt, die jede kleine Singlebörse von Hause aus hat.

Ich bleibe dabei: Wenn schon Internet zur Partnersuche, dann so seriös, diskret und anonym wie möglich und das bieten meiner Meinung nach nur die echten Partnerbörsen im Internet.

Wie ist Ihre Meinung dazu?
Hatten Sie schon einmal ein Facebook-Dating Erlebnis?

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