Ein X für ein U vormachen?

(Bildquelle: janetmck by flickr.com)

Ein Knopfdruck für die große Liebe? (Bildquelle: janetmck by flickr.com)

Wer jemanden kennenlernt und sich Hoffnungen machen darf, achtet sehr auf seine Außenwirkung, schließlich will man im allerbesten Licht gesehen werden. Da ist auch schnell mal eine kleine Lüge bei der Hand, obwohl es auf große Posen gar nicht ankommt.

Nicht das dicke Auto, nicht das Haus, sondern der Mensch an sich ist interessant. Erst wenn man nicht nur den Körper, sondern auch die Persönlichkeit unverstellt betrachten kann, sieht man wirklich, ob aus Zweien eine funktionierende Beziehung werden kann.

Nicht alle Menschen sehen das so. Für manche sind es eben doch Haus, Auto oder körperliche Attraktivität wichtiger als der Seelen-Kram. Es scheint nämlich auf den ersten Blick deutlich weniger anstrengend zu sein, nur nach Statussymbolen zu suchen. Naja, jeder wie er mag. Jeder sollte sich einfach das passende Gegenstück suchen. Es gibt ja doch verschiedene Wege zum Glück.

Praktischerweise kann die eigenen Schwächen gut tarnen, wenn man nur die Oberfläche herzeigen muss. Allerdings: Es ist unendlich schwierig, dauerhaft eine Rolle zu spielen. Sieht man schon an einem einfachen Beispiel aus dem Dschungel-Camp. Zwei Wochen lang versuchte Olivia Jones nicht aus der Rolle zu fallen, was ihr insgesamt auch gut gelang. Aber eben nicht zu 100 Prozent. (Es ist allerdings auch besonders schwierig, wenn zur Rolle zentimeterdick Schminke gehört.) So schimmerte trotz aller Professionalität in zwei Wochen Dauerbewachung manchmal der Mensch Oliver durch die Figur Olivia. Und das ist auch gut so.

Nicht nur am Dschungel-Camp-Ergebnis ist deutlich geworden, dass sich letzten Endes vielleicht doch nicht der Schauspieler durchsetzt, auch wenn seine Rolle sympathisch und vollendet ist. Die Tiefe einer echten Persönlichkeit in der Leichtigkeit des wahren Lebens ist in einer Rolle nie zu erreichen. Auch, weil man sich auf einen Schauspieler einfach nicht verlassen kann. Den Menschen, der hinter der Rolle steckt, kennt man schließlich nicht. Man weiß nie, was denn nun echt und was gespielt ist.

Um in einer Partnerschaft gemeinsam Konflikte zu bewältigen, braucht es Offenheit und Ehrlichkeit, also zwangsläufig den Blick hinter die Kulissen. Wer das nicht möchte, muss sich mit einer sehr oberflächlichen Beziehung arrangieren und die halten meist nicht lang. Was uns heutzutage zusammenschweißt, wo es kaum mehr die wirtschaftliche Notwendigkeit ist, sind schließlich gemeinsame Erlebnisse, Erfahrungen, ist der Respekt voreinander. Einer Rolle kann man hingegen nur applaudieren, mit ihr leben kann man nicht, denn miteinander leben setzt Gegenseitigkeit voraus.

Trotzdem ist man geneigt gerade in der Zeit des Flirtens manches U durch ein X auszutauschen. Um im rechten Licht zu stehen, um etwas zu bekommen, das man glaubt nicht kriegen zu können. Dieses Bedürfnis ist nur natürlich. Man muss nur rechtzeitig den Absprung finden, rechtzeitig in die Wirklichkeit wechseln. Je länger man ein X hochhält, umso schwieriger wird es, das U aufzudecken. Wenn man zu lange wartet, führt das zu einem echten Vertrauensbruch und kann die Beziehung kosten, für die man so aufwendig gelogen hat.

Letzten Endes setzt Ehrlichkeit eine gewisse Portion Lebensweisheit voraus. Man muss mit sich im Reinen sein, um ehrlich sein zu können. Man muss zu seinen Fehlern und Macken stehen und bereit sein, den einen oder anderen liebgewordenen Spleen zugunsten der großen Liebe aufzugeben.

Am besten jedoch ist es, zu sich selbst zu stehen und eine eigene Persönlichkeit zu mögen und auf das Erreichte stolz zu sein. Diese Selbstsicherheit färbt enorm auf das eigene Auftreten ab und ermöglicht Chancen, die man selbst vorher nicht für möglich gehalten hätte. Wetten?

Einen interessanten Artikel zum Thema „Lügen bei der Partnersuche“ finden Sie übrigens auf ProDue.com, dem Ratgeber zur ernsthaften Partnersuche im Netz: http://www.produe.com/partnersuche-tipps/mit-profil-ihre-praesentation/luegen-haben-kurze-beine.html

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