Die sich selbsterfüllenden Prophezeiung – Chance und Risiko

Kann man aus Teeblättern tatsächlich die Zukunft lesen? (Bildquelle:  againstthebrilliance by flickr.com, CC BY-SA 2.0)

Kann man aus Teeblättern tatsächlich die Zukunft lesen? (Bildquelle:
againstthebrilliance by flickr.com, CC BY-SA 2.0)

Viele Menschen werfen beim morgendlichen Blick in die Zeitung auch schnell einen Blick auf das Horoskop. Was steht das wieder geschrieben? Ich werde meinen Traummann kennenlernen?

Den ganzen Tag halte ich Ausschau und tatsächlich: der Typ, der im Supermarkt meinen Einkaufswagen rammt, der muss es einfach sein. Woher hat das Horoskop das nur gewusst?

Kaum jemand glaubt tatsächlich den mickrigen Zeilen aus der Zeitung und trotzdem haben sie mitunter Einfluss auf unser Leben. Lösen sie eine Erwartungshaltung aus steigt die Gefahr, dass das Erwartete auch eintritt – Eine sich selbsterfüllende Prophezeiung ist das Ergebnis.

Indirekt beeinflusst jeder Mensch durch seine Erwartungen sich und seine Umgebung, auch wenn man es eventuell gar nicht bemerkt. Trotzdem ist dieser Mechanismus sehr wirkungsvoll: Vieles im Zusammenleben mit anderen Menschen spielt sich unterbewusst ab.

Wir müssen uns mitunter sehr genau selbst beobachrten, um überhaupt zu merken, welchen Einfluss wir auf das Verhalten anderer oder auf unser eigenes Denken haben.

Die Angst vor negativen Gedanken

Ein falscher Gedanke löst eine Gedankenlawine aus. Wer sich ständig fürchtet, fürchtet sich am allermeisten vor der sich selbst erfüllenden Prophezeiung, denn dieser Mechanismus verbietet das Denken an sich.

Kaum denkt man an etwas Schlechtes („Mein Mann wird sich von mir  trennen.“, „Ich bin unheilbar krank.“), geht man das Risiko ein, dass es tatsächlich passiert, allein durch die Kraft der Gedanken.

In wissenschaftlichen Studien wurde immer wieder nachgewesen, dass die persönliche Meinung einen sehr starken Einfluss darauf hat, wie sich die Dinge tatsächlich entwickeln.

Studenten, die an sich zweifeln, schneiden bei Leistungstests schlechter ab. Lehrer, die ihre Schüler für begabt halten, fördern sie ganz unbewusst und tragen so dazu bei, dass sie die Leistungen ihrer Schützlinge verbessern.

Was kann passieren?

Bestimmte Einstellungen provozieren also bestimmte Verhaltensweisen. Wie sieht das im Konkreten aus?

Wenn ich die ganze Zeit davor Angst habe, dass mein Freund mich verlassen wird, verändert sich meine Gefühlswelt und mein Verhalten.

Ich werde ängstlich und zurückhaltend, vielleicht auch gemein und abweisend  – alles Attribute, die nicht besonders begehrenswert sind. Allein durch meine negativen Gefühle kann es passieren, dass mein Freund mich plötzlich wirklich weniger attraktiv findet. Ohne dass er mich betrogen oder auch nur daran gedacht hat.

Mit diesen negativen Gedanken belastet, lege ich eventuell schlechte Verhaltensweisen an den Tag. Aus Angst, dass er mich betrügt, könnte ich seine Taschen und sein Handy kontrollieren. Vielleicht rufe ich auch unter fadenscheiniger Begründung auf seiner Arbeitsstelle an und überprüfe, ob er auch wirklich da ist. Ich werfe ihm vor, dass er mich nicht mehr liebt, und halte den Valentinstagsstrauß plötzlich für eine Art Entschuldigung.

Logisch, dass mein Freund genervt reagiert, logisch auch, dass er sich das nicht ewig mit anschaut. Vielleicht führen meine negativen Gedanken wirklich dazu, dass er mich irgendwann verlässt. Schon hätte die Prophezeiung sich erfüllt und ich am Ende recht behalten. Ein Teufelskreis!

Die negativen Gedanken hinter sich lassen!

Aus diesem Teufelskreis kann man nur ausbrechen, wenn man positiv denkt und sich bewusstmacht, was es bedeutet so negative Gedanken mit sich herumzuschleppen.

Wenn einen plötzlich Zweifel überfallen, die die eigene Beziehung betreffen, gibt es nur einen Ausweg: Man muss mit dem Partner reden, ihn befragen, sich an ihm „erden“ und sich das Vertrauen zurückholen. Wer sich das nicht traut, riskiert in den Teufelskreis zu rutschen und die Gefahr verlassen zu werden, durch die eigenen Gedanken tatsächlich zu befeuern.

Es ist mitunter nicht einfach Vertrauen zu haben, doch wer zum Zweifel neigt, sollte regelmäßig überprüfen, ob er nicht überzieht und sich selbst mit negativen Gedanken ins Abseits befördert.

Ein guter Lesetipp zu diesen Thema ist übrigens das überaus empfehlenswerte Buch „Anleitung zum Unglücklichsein“ von Paul Watzlawik.
Mehr über das Buch finden Sie z.B. bei Amazon: Anleitung zum Unglücklichsein

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