Kontaktanzeigen und der Zeitgeist.

Vorhin bin ich beim Recherchieren auf einen Artikel im e-trend Blog gestossen. Dieser Artikel deckt sich ziemlich genau mit meinen Beobachtungen und Vermutungen über den aktuellen Online-Dating Zeitgeist und den Zustand der deutschen Sprache.

Alle Welt flirtet und datet im Web und trotzdem sind die entsprechenden Suchanfragen bei Google seit Jahren rückläufig?

Google Trends Kontaktanzeigen

Nun ja… Die Annahme, das im Web wie verrückt gedatet und geflirtet wird, ist wohl nicht so aus der Luft gegriffen.
Aber die Werbestrategen und Online-Redakteure brauchten wohl, als der Hype langsam Formen annahm, einige griffige Anglizismen um die gute alte Kontaktanzeige unter das (jugendliche) virtuelle Volk zu bringen.

Nicht zuletzt die grossen Singlebörsen am Markt haben schnell gemerkt, das „Kontaktanzeigen“ oder „Partnersuche“ recht verstaubt und konservativ klingen.
Ein schneller Blick nach Westen, über den grossen Teich, genügte. Und schon hiess das Baby „Dating“ und wurde in aufwändigen Werbekampagnen entsprechend promoted. Kurze Zeit später kamen dann noch die „Social Communities“ wie mySpace oder, in Deutschland, StudiVZ dazu. Diese Plattformen mischten den Markt noch mal ordentlich auf, auch wenn das kaum einer der grossen Dating-Portal Betreiber zugeben wird.
Denn der grosse Vorteil dieser Communities ist es, das das „Dating“ zumindest offiziell nicht im Vordergrund steht, es also nicht so aussieht „als ob man es nötig hätte“. Ausserdem bieten diese Communities eine flexiblere Gestaltungsmöglichkeit der eigenen Präsentation, die nicht darauf beschränkt ist, einen Partner oder eine Partnerin für „was-weiss-ich-denn“ zu finden.

Ganz dem aktuellen Zeitgeist folgenden, sind diese Web2.0 Communites für mich derzeit die grossen Gewinner im Markt der Einsamkeiten.
Getreu dem Motto: Ich mache was mir Spass macht, so wie ich es will und solang ich es möchte, bieten diese Web2.0 Gemeinschaften derzeit die grössten Möglichkeiten sich zu präsentieren und gleichzeitig noch Menschen kennenzulernen.

Zum Schluss daher noch die Google Grafik, die Hinkehr zu Anglizismen ziemlich heftig verdeutlicht:

Kontaktanzeigen Dating Google

Fazit:
Es wird nicht weniger geflirtet im Web. Die Besucherströme haben sich lediglich verschoben. War im Jahr 2006 noch „Dating“ in, ist selbst dieser Aglizismus nun auf dem absteigenden Ast und auch bei „StudiVZ“, dem Senkrechtstarter 2006, zeigen sich Anzeichen von Sättigung.
Wir dürfen gespannt sein, was die Zukunft bringt.

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