Cyber-Stalking: Wenn aus einem Flirt bitterer Ernst wird

(Bildquelle: Arbron by flickr.com)

Nicht jede angenehme Bekanntschaft bleibt über längere Zeit schön. Man lernt sich näher kennen und merkt dann, dass einem der andere doch ganz schön auf den Keks geht. So ist das – im Netz wie im Leben.
Manche lose Bekanntschaft wird man allerdings nicht wieder los, auch wenn man gern möchte. Da klebt plötzlich ein Mensch an einem, wird lästig und lästiger. Bis man begreift, dass da wirklich was nicht stimmt,  ist man schon hoffnungslos gefangen – im Netz eines Cyberstalkers.

Ganz normal entspinnt sich ein harmloser Flirt, aus dem sich jedoch sehr bittere, weil ganz realistische Konsequenzen ergeben können. Cyberstalker belassen es nicht bei der oberflächlichen Onlineebene, sie dringen tief ins Leben ihres Opfers ein und verursachen dort mitunter verheerende Schäden psychischer und im Extremfall sogar finanzieller Natur. Es bedeutet einen echten Kraftakt, einen Stalker wieder aus dem eigenen Leben zu entfernen.

Aus einem Flirt wird bitterer Ernst

Man reicht jemandem den kleinen Finger und er nimmt die ganze Hand – dieses Sprichwort passt perfekt auf Stalker. Ein Stalker nimmt sogar mehr als die Hand, er nimmt einem buchstäblich die Luft zum Atmen. Wer bisher dachte, Stalker gibt es „nur“ offline, hat weit gefehlt, denn ganz im Gegenteil, in der Anonymität des Internets treibt diese Form der Annäherung extreme Blüten.

Stalker machen sich über das Internet schlau. Man braucht ja nur wenige Fakten, einen Namen, einen Nickname oder eine E-Mail-Adresse und schon kann die virtuelle Recherche beginnen. Irgendetwas findet immer. Irgendetwas, dass wiederum Informationen enthält, die einen weitersuchen lassen. Hat man ein Foto, kann man das beispielsweise prima in die Google-Fotosuche eingeben … Stalker sind ausdauernd und finden immer ein Indiz.

Stalker – was sind das für Typen?

Auf den ersten Blick erscheinen Stalker, die es sowohl in männlicher als auch in weiblicher Ausprägung gibt, als sehr angenehme Personen. Sie sind charmant, freundlich und hilfsbereit. Sie schaffen eine vertrauensvolle Atmosphäre, in der man sich schnell öffnen mag. Oft erwischen sie einen in einem schwachen Moment und sind dann eine wertvolle Stütze. Man wird schnell ein bisschen abhängig von ihnen … finden zumindest sie selbst.

Wenn ihr Opfer abhängig ist, fühlen sich Stalker gut, denn dann sind sie wichtig und werden gebraucht. So wird die Nähe schnell zu groß, das Verhältnis zu intensiv, so dass beim zukünftigen Opfer reflexhaft das Bedürfnis entsteht, sich zurückzuziehen. Nun verwandelt sich die nette Bekanntschaft in ein allwissendes, alles überblickendes Stalkingmonster.

Cyberstalking – Das Internet als Waffe

Stalking bedeutet im Englischen eigentlich nur „Anpirschen“ und ist damit eigentlich relativ harmlos. Nicht nur, aber vor allem durch Prominente, die immer wieder von Stalkern verfolgt werden, hat sich dieser Begriff jedoch zu einem Schrecken entwickelt.

Die neue besonders perfide Form des Stalkings ist das Cyber-Stalking. Je mehr unsere Webidentität an Form gewinnt, umso mehr wächst die Gefahr, dass wir Opfer einer solchen Attacke werden.

Es ist ein Leichtes mit dem Klarnamen und einigen weiteren Daten den Ruf eines Menschen zu ruinieren und Stalker tun dies schamlos. Sie zerstören beispielsweise den Ruf einer Frau, in dem sie mit einem Foto von ihr eine Sex-Anzeige schalten. Es ist ganz einfach und im Prinzip für jeden möglich, soetwas zu tun und der Urheber ist kaum zu ermitteln.

Wenn zur Anzeige nicht nur ein Foto, sondern auch Adresse und Telefonnummer veröffentlicht werden, dringt das Stalking endgültig in den Alltag ein. Der Stalker erreicht, dass sein Opfer belästigt und verfolgt wird (in diesem Fall muss er ja selbst nichts Weiteres tun), dass es leidet.

Wie wehrt man sich?

Zum Glück ist bei vielen Menschen die Hemmschwelle groß, nur die wenigsten kommen überhaupt auf den Gedanken, einem Mitmenschen soetwas anzutun. Die es tun, tun es aber ganz bewußt und nutzen die Möglichekeiten des Internet so gut sie können zum Schaden anderer.

Wehren kann man sich nur schwer, denn Stalkingattacken sind meist schlecht nachzuweisen. Trotzdem hilft nur das mühsame Sammeln von Indizien und Beweisen und der Gang zur Polizei.

Außerdem sei jeder angehalten mit seinen Kontaktdaten, und auch mit Fotos, im Internet besonders sparsam umzugehen. Man weiß nie wer die Daten zweckentfremdet, Lügen ist im Netz schließlich ganz einfach.

Hilfe für Stalking-Opfer

Was aber nun tun, wenn das Kind bereits im Brunnen liegt und man Opfer eines Stalkers geworden ist?
Das Netz bietet hierzu einige gute Adressen mit guten Tipps. Hier finden Opfer einerseits Unterstützung und andererseits eine Stimme – Denn nichts ist schlimmer als alleine gegen einen Stalker vorgehen zu müssen.

Hier sind einige Internetadressen, die vielleicht weiterhelfen:

One thought on “Cyber-Stalking: Wenn aus einem Flirt bitterer Ernst wird

  1. Mario

    Meiner Meinung nach sollten die Gesetze viel schärfer ausgelegt werden. Denn meisten haben die Stalker ja doch Glück und werden nicht wirklich belangt. Doch wenn die Gesetze härter werden, schreckt es den einen oder anderen Täter vielleicht ab. In den USA sind die Stalking-Gesetze viel schärfer.

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