WebCam Erpressung: Mach Dich nackig – Und dann zahl!

Im Cam-Chat: Jetzt aber Vorsicht!Cam-Chat Sexting: Eine relativ neue Art der sexuellen Befriedigung wird nun zunehmend auch von Erpressern für ihre dunklen Geschäfte genutzt.

Allerdings sind nicht nur harmlose und naive Männer, die ihr bestes Stück in die Kamera halten, gefährdet – Auch Minderjährige werden mitunter Opfer von WebCam-Erpressung.
Da geht es dann allerdings meist weniger um Geld als um Rache oder „Dienstleistungen“.

Geld her oder Du bist Porno!

In den letzten Monaten ist es vermehrt zu Erpressungen nach einem Sex-Cam Chat gekommen, die dahinter stehende Masche ist anscheinend immer die selbe.

In der Regel sind es einsame, etwas naive und unter „Druck“ stehende Männer, die auf den derzeit boomenden „Chat-Roulette“-Seiten unterwegs sind und zum Opfer werden. Auf der Suche nach einem netten Gespräch, einem Flirt oder auch ganz gezielt nach einem gemeinsam vor laufender Kamera „verbrachten“ Schäferstündchen treffen diese auf eine attraktive, junge Frau die ganz offensichtlich die selben Probleme hat. Schnell wird die Unterhaltung explizit und die Hüllen fallen. Der Mann wird zu sexuellen Handlungen an sich selbst gedrängt – und wenn die junge Frau dieses Ziel erreicht hat, ist schnell Schluss mit lustig!

Die eben noch sexy wirkende Dame unterbricht die „Unterhaltung“ und präsentiert dem verdutzt dreinschauenden Mann ein soeben aufgezeichnetes Video, das ihn selbst zeigt – Beim Spielen mit sich selbst. Und kommt schnörkellos zur Sache: Wenn er nicht innerhalb der nächsten Stunden ein paar hundert Euro über Western Union an eine Adresse irgendwo in Afrika oder Asien schickt, wird das eben gemachte Video auf Youtube veröffentlicht.

Dumm gelaufen?

Das der junge Mann hier gegen die goldene Internet-Sex Regel „Erst Kopf einschalten, dann die Hose runter“ verstossen hat, lassen wir jetzt mal beiseite. Hinterher ist man(n) bekanntlich immer klüger!

Aber mal davon abgesehen: Wen würde ein solches Sexvideo überhaupt interessieren? Ganz davon abgesehen, dass Youtube ein solches Video niemals veröffentlichen würde. Die Filter bei Youtube sind diesbezüglich wirklich gut!

Wenn man in eine solche Erpressung hinein geraten sein sollte, kann man unserer Meinung nach recht entspannt bleiben. Klar, die Existenz eines solchen Videos ist unangenehm – Aber wie hoch ist die Chance, das dass wirklich jemand zu Gesicht bekommt, der damit etwas anfangen kann? Solche Videos werden – wenn überhaupt – auf dedizierten Porno-Video-Kanälen angenommen. Dort wiederum sind meist Männer unterweges, die auf Hetero-Sex stehen und sich in aller Regel komplett überhaupt nicht für Männer vor der Webcam interessieren.

Wir empfehlen: Ruhe bewahren, zum Schein auf das Angebot eingehen und bei der Polizei Anzeige erstatten. Und in Zukunft solche dubiosen Kanäle überhaupt nicht zum Austausch von virtuellem Sex nutzen.
Flirten geht okay, aber wenn es richtig unter die Haut gehen soll, empfehlen wir – so es denn Webcam-Sex sein muss – die Mitgliedschaft in einer der vielen durchaus seriösen Sexbörsen mit Fake-Check!

Eine Fake-getestete Auswahl guter Anbieter finden Sie u.a. hier:

Wenn Du Schluss machst, zeig ich die Fotos allen!

Die Erpressung mit freizügigen Fotos oder Filmen aus Rache und Enttäuschung hingegen ist eher ein Jugendproblem – mit immenser Konsequenz für die Betroffenen!

Ein gesellschaftliches Phänomen, das mit der wachsenden Verbreitung von internetfähigen Smartphones noch an Intensität gewonnen hat: Sexting, das gegenseitige Filmen und zusenden von freizügigen Filmen oder Fotos von sich selbst an seinen aktuellen Partner hat in der Jungendwelt derzeit eine hohe Verbreitung.

Genau wie das Austauschen und Weitergeben von Zugangspasswörtern für Facebook oder andere soziale Netzwerke stellt Sexting zunächst einen Vertrauensbeweis gegenüber dem anderen dar: Ich liebe Dich oder vertraue Dir so stark, dass ich Dir Zugang zu allem gebe, was mich ausmacht und mir wichtig ist.

Vertrauen und Liebe sind wichtige Grundwerte, grade für Heranwachsende die noch keine Erfahrung im Umgang mit Vertrauen und Hinwendung haben. Das Gefühl ist gross und die Seele noch unvernarbt – Da hat der Selbstschutz noch keinen hohen Stellenwert: Die Peergroup, die „Kollegen“ hingegen stellen das aktuelle Wertgerüst nachdem gelebt wird dar.

Bricht eine Freundschaft oder eine Beziehung dann auseinander, kommt es vor das der verlassene Teil die in Zeiten der Verliebtheit gesandten Videos oder Bilder anderen Mitgliedern der Gruppe zu senden oder gar mit deren Veröffentlichung droht.

In diesem Fall muss sich die so erpresste Person sofort an eine erwachsene Vertrauensperson wenden, die dem Erpresser unmissverständlich klarmacht, dass der Ursprung des Videos / der Fotos ganz klar zurückverfolgt werden kann und dass man im Falle einer Verbreitung eine Strafanzeige einreichen wird! Im besten Fall sucht diese Person auch das Gespräch mit dem Erpresser und erwirkt, dass die kompromittierenden Videos gelöscht werden!

Denn: Sind Aufnahmen erst einmal verschickt worden, ist die Weiterverbreitung wahrscheinlich nicht mehr zu kontrollieren. Deswegen muss sofort nach der Drohung gehandelt werden um schlimmeres zu vermeiden.

Sind bereits Sexting-Aufnahmen z.B: aus Rache veröffentlicht worden ist sofort Hilfe von Fachpersonen beizuziehen und mit Hilfe von Bezugspersonen der potentiellen Empfänger (Eltern etc.) eine weitere Verbreitung so gut es geht zu stoppen.

Infos zu diesem Thema u.a. unter:

  • http://www.update-az.de/aktuelles/sexting-und-ploetzlich-steht-dein-foto-auf-ner-porno-seite.html
  • http://www.saferinternet.at/news/news-detail/article/phaenomen-sexting-was-ist-das-und-wo-liegt-die-faszination-351/
  • In den Fängen eines pädophilen Cappers

    Ein ganz ekeliges Thema: Pädophile die in Cam-Chat Börsen, die eigentlich für Jugendliche gedacht sind, ihr Unwesen treiben.

    Capper sind erwachsene Männer, die junge Frauen unter Vortäuschung einer falschen Identität dazu überreden sich vor der Kamera auszuziehen oder „etwas von sich zu zeigen“. Hat die junge Frau erst einmal gemacht, was der vermeintlich süsse Junge am andern Ende der Leitung von ihr wollte, kommt die hässliche Fratze des „Cappers“ an den Tag.

    Mit den Aufnahmen wird die junge Frau von nun an dazu erpresst sich immer und immer wieder vor der Kamera zu zeigen – was natürlich dazu führt das immer mehr „belastendes“ Material entsteht.

    Aber damit nicht genug: Diese Art von Pädo-Kriminellen ist anscheinend sehr gut organisiert. Es gibt Foren und Netzwerke in denen sich die Täter austauschen und ihr „Material“ gegenseitig bewerten. Sogar eine Art Fernsehkanal für „Capper“ und die Nominierung und Wahl zum „Capper des Jahres“ gibt es anscheinend.

    Diese Kriminellen verbreiten die gewonnenen und erpressten Filme untereinander weiter und drohen gleichzeitig mit der Veröffentlichung – Das ist Cybermobbing der übelsten Art. Die Kanadische Jungendliche Amanda Todd erhängte sich in Ihrem Elternhaus weil sie diesem Druck, nachdem sie einem Capper ins Netz ging, nicht mehr standhielt.

    Solchen Kriminellen kommt man nur mit Hilfe der Polizei bei. Wenn überhaupt. Und wenn das Opfer irgendwann den Mut hat, sich an eine erwachsene Vertrauensperson zu wenden.

    Mehr Infos und Hintergründe zu diesem Thema:

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