Betrug in Partnervermittlungen vermeiden: Teil 2 – Mit Sex fängt man Herzen.

Abgezockt in einer SinglebörseIm ersten Teil meiner kleinen Sommerserie über Betrug in Singlebörsen berichtete ich über halbseidene Anbieter und gängige Abzock-Praktiken auf Seiten der Partnerbörsen
Heute geht es darum, wie auch seriöse Singlebörsen von Menschen mit unschönen Absichten missbraucht werden, wie sich Anbieter dagegen schützen und vor allem, woran Sie erkennen können, dass es sich bei der schönen Uschi eventuell auch um Hans handeln könnte, der nur ihr bestes möchte: Ihr Geld.

Hätten Sie zum Beispiel gedacht, dass es einen regelrechten Arbeitsmarkt für Singlebörsen-Abzocker gibt? Als sogenannter „Internet-Kontaktmarkt-Schreiber“ können Sie sich ganz einfach ein paar Euros nebenbei verdienen. Alles was Sie dazu benötigen ist ein Internet-Anschluss, etwas Zeit und etwas Talent zu schreiben. Lediglich ein schlechtes Gewissen sollten Sie bei diesem Job nicht mitbringen: Denn ihre Aufgabe wird es sein, einsame und verzweifelte Männer in eine virtuelle Liebesfalle zu locken. Sie verdienen dann anteilig mit am Umsatz des Callcenters, solange Ihr „Kunde“ mit teuren SMS oder Telefonaten im wahrsten Sinne des Wortes „bei der Stange“ gehalten wird.

Auch sehr verbreitet sind arme Frauen aus den etwas weiter östlich gelegenen Ländern, die zwar jung, äusserst attraktiv und gebildet sind, aber in Ihrer Heimat nur Alkoholiker und Schläger abkriegen und deshalb händeringend einen vorzugsweise älteren Herrn aus einem westlichen Industriestaat suchen. Wobei bei diesem zunächst das Aussehen, das Einkommen und der Status nur eine untergeordnete Rolle spielt.

Ein Beispiel:
Nach einigen Mails – inkl. freizügiger Fotos – ist „Natalia“ bereits schwer verliebt, man möchte sich besuchen. Da „Natalia“ sehr neugierig auf das Heimatland ihrer neuen Liebe ist, aber der Zoll so hohe Gebühren erhebt / die Oma plötzlich krank geworden ist / der Bruder von der Leiter gefallen / die Fluggesellschaft eine Sicherungsleistung will, soll man zunächst kleinere Beträge per Western-Union an Natalia schicken, damit sie kommen kann.
Das nächste Unglück ist dann noch etwas teurer,…
Und schliesslich, wenn alles geklappt hat, stehen Sie garantiert allein am Flughafen. Mit einem Strauss roter Rosen.

Dieses Beispiel lässt sich beliebig übertragen: Auf Frauen aus Westafrika, Männer die älteren Singles die grosse Liebe vorgaukeln um sich eine Autoreparatur bezahlen zu lassen bis hin zu professionellen Prostituierten, die sich als Gelegenenheits-Seitensprungpartner tarnen und dann ihre „Freunde“ mitbringen um den Liebeslohn zu kassieren.

Habe ich Sie jetzt verunsichert und sind Sie am überlegen, von Online-Dating die Finger zu lassen?
Dann habe ich eine gute Nachricht: Man kann diesem ganzen Ärger sehr einfach entgehen, in dem man vor dem Flirten das Gehirn einschaltet und sich nicht vom Hormonrausch vernebelt in eine wilde Online-Romanze stürzt.

Für Anfänger im Online-Flirten ist dabei schon die Wahl des richtigen Anbieters ein wichtiges Kriterium: Singlebörsen mit geringen Zugangshürden für die Allgemeinheit sind für Abzocker ein attraktives Arbeitsfeld: Je weniger Investition ein Betrüger tätigen muss und je mehr potentielle Opfer sich dort tummeln, desto interessanter wird es, dort zuzuschlagen. Ein professioneller IKM-Schreiber ist für ein Redaktionsteam einer Singlebörse beim Eintrag in die Börse kaum zu erkennen. Er outet sich erst über das Verhalten: Dann ist meist schon etwas Schaden angerichtet. Einträge von Osteuropa- oder Nigeria-Scammern haben bei einigermassen gut moderierten Singlebörsen von vornherein kaum eine Chance.

Woran erkennen Sie, als Nutzer, eine potentielle Singlebörsen-Abzocke?

  • Sie werden von jemandem angeschrieben, das Anschreiben ist aber sehr unpersönlich. Vorsicht ist geboten!
  • Sie werden bereits im ersten Anschreiben aufgefordert, über eine private E-Mailadresse weiterzuschreiben.
    Hohe Abzocker-Gefahr: Damit kann der Betrüger weiter mit Ihnen schreiben, auch wenn das Profil von der Singlebörse bereits gelöscht wurde.
  • Extrem schönes Foto in der Singlebörse, aber die Daten im Profiltext passen irgendwie nicht? (Ich, 23, seit 15 Jahren in einer langweiligen Ehe…)

Mit ein wenig Misstrauen, zumindest am Anfang, lässt sich schon viel Schaden abwenden. Leider sind viele Singles, insbesondere Männer, viel zu leichtgläubig und nehmen das, was zuhause auf dem Computerbildschirm steht, schnell für bare Münze.

Generell lässt sich aber sagen, dass Partnerbörsen, die für die Kontaktaufnahme von Männern und Frauen einen Mitgliedsbeitrag verlangen, vor Scammern und Betrügerischen Profilen relativ sicher sind.
Denn wie Eingangs schon bemerkt, müsste der Betrüger für die Möglichkeit einen Kontakt zu seinen potentiellen Opfer aufzunehmen, einen Preis zahlen. Dieses Investment würde recht schnell verfallen, da die Betreiber der Partnerbörse betrügerische Profile sofort sperren.

Andersherum sind Singlebörsen, die einen gratis Kontakt ermöglichen, also unverbindlich sind, sehr attraktiv für Scammer und Betrüger. Dort kann man in grosser Zahl gefälschte Profile einbringen und der Betreiber muss einen relativ hohen Aufwand treiben, um Schaden von seinen Mitgliedern abzuwenden.

Meine Empfehlung für Singles auf ernsthafter Partnersuche sind daher die Partnerbörsen, die sehr effektiv arbeiten und aufgrund ihres doch etwas höheren Preises für Betrüger und Abzocker sehr unattraktiv sind.

Die von mir empfohlenen Partnerbörsen finden Sie übrigens hier.


Illustration: MaFiFo – Fotolia.com

5 thoughts on “Betrug in Partnervermittlungen vermeiden: Teil 2 – Mit Sex fängt man Herzen.

  1. DuckCoach

    es ist wohl wie in jedem anderem geschäftsbereich auch – geld bildet eine schranke. mal so zum spass gebe ich wohl kaum geld aus …
    gut zusammengefasst finde ich das
    „Generell lässt sich aber sagen, dass Partnerbörsen, die für die Kontaktaufnahme von Männern und Frauen einen Mitgliedsbeitrag verlangen, vor Scammern und Betrügerischen Profilen relativ sicher sind.“

    Reply
  2. DuckCoach

    es ist wohl wie in jedem anderem geschäftsbereich auch – geld bildet eine schranke. mal so zum spass gebe ich wohl kaum geld aus …
    gut zusammengefasst finde ich das
    „Generell lässt sich aber sagen, dass Partnerbörsen, die für die Kontaktaufnahme von Männern und Frauen einen Mitgliedsbeitrag verlangen, vor Scammern und Betrügerischen Profilen relativ sicher sind.“

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  3. Path

    Finger weg, falls sich eine Bertha Darko meldet.
    Sie ist in Partnervermittlungen und zeigt Interesse. Nach wenigen Mails soll man sein Profil löschen, weil sie Ihres wegen dir gelöscht hat. Sie kommt aus Ghana und ihre Mutter hat einen kleinen Shop. Ihr Vater ist gestorben und kommt aus Österreich – so der Hintergrund der Dame.
    Schon bei den Mails sollte der Alarm angehen. Du bist ihr Traummann und sie würde für dich alles tun, um dich glücklich zu machen und das ohne zu wissen mit wem sie es genau zu tun hat. In ihren Mails schmiert sie dir soviel Honig ums Maul, dass es schon widerlich ist. Dann kommt der Knall. Ihr Internet soll abgeschaltet werden und du sollst 200 € über die Western Union überweisen.
    Plötzlich ist das Ihre einzigste Sorge. Ab da war mir klar, dass es sich um Abzocke handelt. In meinem Fall nannte sich die Dame Bertha Darko aber vielleicht hat sie noch andere Namen.

    Reply
  4. Path

    Finger weg, falls sich eine Bertha Darko meldet.
    Sie ist in Partnervermittlungen und zeigt Interesse. Nach wenigen Mails soll man sein Profil löschen, weil sie Ihres wegen dir gelöscht hat. Sie kommt aus Ghana und ihre Mutter hat einen kleinen Shop. Ihr Vater ist gestorben und kommt aus Österreich – so der Hintergrund der Dame.
    Schon bei den Mails sollte der Alarm angehen. Du bist ihr Traummann und sie würde für dich alles tun, um dich glücklich zu machen und das ohne zu wissen mit wem sie es genau zu tun hat. In ihren Mails schmiert sie dir soviel Honig ums Maul, dass es schon widerlich ist. Dann kommt der Knall. Ihr Internet soll abgeschaltet werden und du sollst 200 € über die Western Union überweisen.
    Plötzlich ist das Ihre einzigste Sorge. Ab da war mir klar, dass es sich um Abzocke handelt. In meinem Fall nannte sich die Dame Bertha Darko aber vielleicht hat sie noch andere Namen.

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